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GTA 6 Leaks: Ex-Entwickler erklärt, warum sie kein Vergleich zum Hot-Coffee-Skandal sind
Obbe Vermeij ordnet das durchgesickerte Material ein. Für den Rockstar-Veteranen sind die aktuellen Vorfälle für das Studio weit weniger dramatisch.
Ein ehemaliger GTA-Entwickler glaubt nicht, dass die aktuellen Leaks rund um GTA 6 große Auswirkungen haben. Besonders im Vergleich mit dem berüchtigten Hot-Coffee-Skandal bei GTA: San Andreas hätten die Enthüllungen zum sechsten Teil für Rockstar "weit weniger Folgen".
Vergangene Woche wurden Tag für Tag neue Gameplay-Videos zum Open-World-Titel veröffentlicht, auch von Take-Two eingeleitete rechtliche Schritte bremsten die Gruppe namens "Cyberleek" am Wochenende nicht aus.
Mithilfe von DMCA-Strikes versucht der Publisher, die Verbreitung des Materials zu stoppen – gleichzeitig verlangt man von Microsoft und Discord die Herausgabe von Daten, um den Leaker aufzuspüren.
"Beruhigt euch alle. Die Leaks sind im Grunde nur heiße Luft", schreibt Obbe Vermeij auf seinem Social-Media-Account dazu. Früher war er als Technical Director an der Entwicklung von GTA 3, Vice City, San Andreas und GTA 4 beteiligt.
"Die Marketing-Strategie von Rockstar zielt einfach darauf ab, das Spiel länger unter Verschluss zu halten als andere Publisher. Es ist schlichtweg ein bisschen Material durchgesickert. Eben kurz vor dieser Netflix-Sache nächste Woche. 90 Prozent der künftigen Spieler verbringen ihre Zeit nicht damit, im Internet nach kleinen Video-Schnipseln zu suchen. Sie haben weder die Zeit dafür, noch haben sie Lust auf Spoiler. Ich kann mir vorstellen, dass die Teams leicht genervt sind, aber mehr auch nicht."
Das sei nicht im Ansatz mit Hot Coffee vergleichbar, betont er. Damals entdeckten Fans im Code von San Andreas Überbleibsel eines Sex-Minispiels und machten dieses spielbar. Der Vorfall zog heftige rechtliche Konsequenzen sowie eine Verwarnung der US-Handelsbehörde FTC nach sich.
Im Jahr 2005 entdeckten Modder im Code von GTA: San Andreas ein verstecktes, sexuelles Minispiel ("Hot Coffee"). Der Vorfall führte in den USA zu einer Neueinstufung als "Adults Only", massiven Rückrufaktionen aus dem Handel und Zivilklagen in Millionenhöhe gegen Publisher Take-Two.
"Ich war während Hot Coffee vor Ort", schreibt Vermeij. "Für das Management (Rockstar New York) war es ein absoluter Albtraum, aber uns (Rockstar North) betraf das kaum. Die aktuellen Leaks bringen weitaus weniger Konsequenzen mit sich als HC damals. Es sieht so aus, als würde GTA 6 phänomenal werden und sich die nächsten rund 15 Jahre blendend verkaufen. Die Leaks sind dagegen nur eine winzige Randnotiz."
Bislang wurden lediglich kleinere Clips veröffentlicht, wenngleich manch einer spekuliert, dass die Gruppe auch einen kompletten Build zum Download anbieten könnte. Doch auch dahingehend zeigt sich Vermeij gelassen.