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Nextcloud Native hat hochgesteckte Ziele
Mit Nextcloud Native entsteht derzeit ein neuer, plattformübergreifender Client für Nextcloud. Das unabhängige Projekt des Entwicklers VeryCrunchy verfolgt dabei einen deutlich weitergehenden Ansatz als der offizielle Desktop-Client: Statt sich im Wesentlichen um die Synchronisation von Dateien zu kümmern, soll Nextcloud Native möglichst viele Funktionen einer Nextcloud-Instanz in einer gemeinsamen nativen Anwendung zusammenführen. Das Projekt befindet sich derzeit allerdings noch im Alpha-Stadium, sodass bisher nicht absehbar ist, ob das Projekt alle Ziele umsetzen kann.
Zu den geplanten Funktionen gehören neben Files unter anderem Photos und Memories, Talk, Notes, Activity und die globale Suche. Darüber hinaus arbeitet das Projekt bereits an nativen Oberflächen für Mail, Kalender, Kontakte, Tasks, Tables, Deck, Cookbook, Music und weiteren Nextcloud-Apps.
Die einzelnen Anwendungen sollen dabei nicht lediglich als Webseiten eingebettet werden. Nextcloud Native greift auf die jeweiligen APIs und Datenstrukturen zu und stellt die Funktionen über native Bedienelemente dar. Tabellen sollen sich entsprechend wie Tabellen verhalten, Deck wie ein Kanban-Board und Mail wie ein E-Mail-Client.
Technisch setzt das Projekt unter anderem auf Kotlin und Compose Multiplatform sowie Rust. Ein interessanter Bestandteil des Konzepts ist die dynamische Unterstützung von Nextcloud‑Apps. Der Client wertet dazu verfügbare Schnittstellen, App-Versionen und verifizierte Datenstrukturen aus und ordnet sie semantischen Komponenten zu. Damit sollen sich perspektivisch auch bislang unbekannte Apps sinnvoll darstellen lassen, ohne für jede davon einen vollständig separaten Client entwickeln zu müssen. Wo das nicht zuverlässig möglich ist, können spezifische Adapter zum Einsatz kommen.
Bereits lauffähig sind Anwendungen für Android und den Linux-Desktop. Die Alpha unterstützt unter anderem den Nextcloud Log-in Flow v2, das Durchsuchen und Anzeigen von Dateien, erste Sharing- und Bearbeitungsfunktionen sowie Fotos, Alben und RAW-Dateien. Hinzu kommen unter anderem Talk-Verläufe und Notes mit Markdown-Editor. Einen Schwerpunkt der weiteren Entwicklung bilden Synchronisation und Offline-Betrieb. Geplant sind unter anderem selektiv offline verfügbare Verzeichnisse, robuste Zwei-Wege-Synchronisation und wiederaufnehmbare Dateiübertragungen.
Erste Pakete für Tests stellt das Projekt auf GitHub als Nightly Builds für Android ab v8, Debian und Ubuntu sowie Fedora und RHEL bereit. Daneben existieren Pakete für Windows und eine noch eingeschränkte Vorschau für macOS Intel. Die Entwickler weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Vorabversionen noch nicht für produktive Arbeitsabläufe gedacht sind und nicht als einzige Kopie wichtiger Daten verwendet werden sollten. Die jüngsten Nightly Builds stammen vom 20. August. Mir ist es bisher nicht gelungen, eine meiner NC-Instanzen zu verbinden.
Nextcloud Native steht unter der Lizenz AGPL-3.0-or-later. Das Projekt ist unabhängig von der Nextcloud GmbH und weder mit dem Unternehmen verbunden noch von diesem unterstützt. Eine ausführliche Roadmap stellt die Ziele des Projekts in allen Einzelheiten vor.
Ein ambitioniertes Projekt – sehr schön. Hoffen wir, daß es genügend Funding und Community Unterstützung gibt, damit dieses schnell fortschreitet. Der offizielle Nextcloud Client hat Raum für Verbesserungen – besonders auf Android und besonders auch auf Linux unter Gnome. Darum belebt Konkurrenz hier das Geschäft.