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Brasilien baut einen der weltweit größten Supercomputer
Brasilia investiert in den Ausbau der nationalen KI-Infrastruktur. Der Bau eines der weltweit größten Supercomputer ist eines von drei Schlüsselprojekten.
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Die brasilianische Regierung hat ein millionenschweres Investitionspaket für den Ausbau der nationalen KI-Infrastruktur angekündigt. Im Mittelpunkt steht der Bau eines der zehn leistungsstärksten Supercomputer der Welt. Zudem wurde eine Vereinbarung mit China über die Entwicklung eines weiteren Hochleistungsrechners bekannt gegeben, sowie die Entwicklung von brasilianischen Chips mit offener Architektur. Nach Angaben der Regierung zielen die drei Initiativen darauf ab, die Abhängigkeit Brasiliens von ausländischen Rechenkapazitäten zu verringern und die für die Entwicklung und Ausbildung von KI-Modellen notwendige Infrastruktur auszubauen.
Bei einer Veranstaltung Ende vergangener Woche in Natal, der Hauptstadt des Bundesstaats Rio Grande do Norte im Nordosten Brasiliens, kündigte Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ein Investitionspaket in Höhe von 2,5 Milliarden Reais (416 Millionen Euro) an. Rund 40 Prozent der Summe soll in den Kauf des Großrechners fließen. Dieser soll im Wissenschafts- und Technologiepark Augusto Severo an der Bundesuniversität von Rio Grande do Norte installiert werden. Laut der Ministerin für Wissenschaft und Technologie, Luciana Santos, soll die Standortwahl im Nordosten Brasiliens „regionale Ungleichheiten abbauen“. Ein weiteres Kriterium war die Verfügbarkeit sauberer Energie im Übertragungsnetz.
Der Supercomputer soll im kommenden Jahr mit einer Rechenleistung von 7.200 Petaflops in Betrieb gehen und damit nach Angaben der brasilianischen Regierung zu den zehn leistungsstärksten, speziell für KI ausgelegten Systemen weltweit gehören. Zum Vergleich: Der Santos-Dumont-Supercomputer, laut der Tageszeitung Folha de S. Paulo Brasiliens derzeit leistungsstärkster Rechner, im Landesinneren von Rio de Janeiro erreicht 27 Petaflops. Das Training eines großen Sprachmodells wie GPT-4 würde nach Angaben der Zeitung auf dem Santos-Dumont-Supercomputer elf Jahre dauern; mit dem neuen Supercomputer nur einen Monat.
Oder wie Marcelo Fernandes, Direktor des Zentrums für künstliche Intelligenz am IMD/UFRN veranschaulicht: „Stellen Sie sich einen Menschen vor, der eine mathematische Operation pro Sekunde ausführt, ohne anzuhalten. Er würde etwa 228 Milliarden Jahre brauchen, um die Anzahl an Berechnungen durchzuführen, die der Supercomputer in nur einer Sekunde durchführen kann.“
Zu den Bedingungen der Ausschreibung für den geplanten Supercomputer gehören unter anderem der Technologietransfer durch das ausführende Unternehmen, die Einbindung brasilianischer Zulieferer sowie die Schulung von rund 5.000 Arbeitskräften vor Ort. Brasilianischen Medienberichten zufolge ist der US-Chipkonzern Nvidia der einzige Anbieter, der über die für die Erfüllung der Ausschreibungsanforderungen erforderliche Technologie verfügt. Die Montage des Supercomputers sei jedoch auf mehrere Unternehmen verteilt, so Folha, darunter Lenovo, die US-Konzerne HP und Dell sowie das französische Unternehmen Bull.
Die Regierung plant außerdem den Aufbau einer Supercomputing-Infrastruktur in Rio de Janeiro in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Tech-Konzern Huawei, dem chinesischen KI-Unternehmen iFlytek und dem Nationalen Bildungs- und Forschungsnetzwerk RNP (Rede Nacional de Ensino e Pesquisa), einer dem Wissenschaftsministerium angegliederten Organisation zur Förderung technologischer Forschung.
Die Investitionskosten für den Rechner in Rio de Janeiro werden auf 1,27 Milliarden Reais (211 Millionen Euro) über einen Zeitraum von fünf Jahren geschätzt. Die Inbetriebnahme ist für Juli 2027 geplant. Der veranschlagte Betrag sei vergleichsweise gering im Vergleich zu den privaten Investitionen von fast 50 Milliarden Reais (8,3 Milliarden Eu