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37 Tote bei Angriff nahe Kiew - Ukraine spricht von Fahrlässigkeit
Nach einem schweren russischen Angriff mit 37 Toten spricht der ukrainische Präsident Selenskyj von Fahrlässigkeit. Offenbar gab es Verstöße gegen Vorschriften zur Munitionslagerung. Ermittlungen wurden eingeleitet.
Die ukrainische Regierung spricht nach einem schweren russischen Angriff nahe Kiew mit 37 Toten von "Fahrlässigkeit" auf ukrainischer Seite. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, im Ort Myla im Bezirk Butscha sei ein Lagerhaus getroffen worden, in dem Munition gelagert wurde.
Selenskyj verwies auf geltende Vorschriften für die Lagerung von Munition. Diese dürfe nicht in der Nähe von Häusern oder Wohngebieten aufbewahrt werden. Er sprach von einer "schrecklichen Situation" und "schrecklicher Fahrlässigkeit derjenigen, die Munition direkt neben Menschen gelagert haben". Strafrechtliche Ermittlungen seien eingeleitet worden. Beschädigt wurden nach seinen Angaben unter anderem ein Pflegeheim sowie Wohngebäude.
Tymur Tkatschenko, der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Kiew, das auch Butscha umfasst, erklärte, mindestens 50 Wohngebäude seien beschädigt worden. Der Angriff habe auch ein großes Feuer verursacht, das auf Häuser und ein Restaurant übergegriffen habe. Ukrainische Medien zitierten Tkatschenko mit den Worten, 34 der Getöteten seien Bewohner der Pflegeeinrichtung gewesen.
Die Ukraine feiert heute den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit - unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs.
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Ähnlich wie Selenskyj äußerte sich auch Ministerpräsident Serhij Koretskyj. Er verwies auf einen Angriff auf den Kiewer Vorort Wyschnewe Anfang Juli. Dabei war ebenfalls ein Munitionslager getroffen worden. 22 Menschen kamen ums Leben, große Explosionen und Brände griffen auf nahegelegene Häuser über. Offenbar sei diese schreckliche Tragödie keine Lehre gewesen. Im fünften Jahr der russischen Invasion dieselben Fehler zu machen, sei "kriminelle Fahrlässigkeit", so Koretskyj. Alle Verantwortlichen müssten streng bestraft werden, damit sich solche Fälle nicht wiederholten.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in Myla sei ein Lager mit Komponenten und Startvorrichtungen für Langstreckendrohnen getroffen worden. Zudem seien die Häfen von Mykolajiw und Ismajil sowie ein Logistikzentrum und Lager in der Region Kiew angegriffen worden, in denen Teile für ukrainische Marschflugkörper vom Typ "Flamingo" gelagert worden seien.
Auch die Ukraine flog wieder Angriffe gegen Russland und die Krim. Dort gab es ebenfalls mehrere Tote.
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Im Tagesverlauf gab es weitere Angriffe Russlands auf die Ukraine. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurde dabei mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt. Bei dem Todesopfer handele es sich um ein zweijähriges Mädchen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit.
Aus der Region Cherson meldete Gouverneur Olexander Prokudin zwei Tote und 27 Verletzte bei russischen Angriffen. Seinen Angaben zufolge wurden Häuser und Wohnblocks beschädigt. Prokudin hatte zuletzt erklärt, Russland habe seine Angriffe auf kritische Infrastruktur in der Region verstärkt. Etwa 70 Prozent der Region Cherson sind von Russland besetzt.