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Keto-Diät wirkt bei Blutzucker und Insulin besser als andere Diäten
Gewichtsverlust ist nicht gleich Gewichtsverlust: In einer kontrollierten Ernährungsstudie verbesserten drei sehr unterschiedliche Diäten bei gleichem Abnehmerfolg die Insulinwirkung. Die extrem kohlenhydratarme Keto-Diät senkte jedoch Leberfett, Blutzucker und Insulin stärker als eine mediterrane und eine fettarme, pflanzenbetonte Kost, allerdings nur in einer kleinen, eng betreuten Patientengruppe.
St. Louis (U.S.A.). Übergewicht geht häufig mit einer verminderten Wirkung des Hormons Insulin einher. Besonders problematisch wird dies, wenn zugleich der Blutzucker steigt und sich Fett in der Leber ansammelt. Eine Gewichtsabnahme kann diese Stoffwechselstörungen bessern, doch bisher war unklar, ob bei gleichem Gewichtsverlust auch die Verteilung von Kohlenhydraten und Fett einen zusätzlichen Unterschied macht.
Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis (WashU Medicine) um Prof. Samuel Klein haben diese Frage nun in einer randomisierten kontrollierten Ernährungsstudie untersucht. Die Untersuchung umfasste eine kleine Gruppe von Erwachsenen mit Adipositas, Prädiabetes und Fettleber, die entweder eine ketogene, eine mediterrane oder eine sehr fettarme, pflanzenbetonte Kost erhielten.
„Wir wissen, dass Gewichtsverlust die Stoffwechselgesundheit bei Menschen mit Adipositas verbessern kann“, erklärt Prof. Samuel Klein.
Die Ernährungsformen unterschieden sich deutlich. In der Keto-Gruppe stammten nur vier Prozent der Energie aus Kohlenhydraten und 73 Prozent aus Fett. Bei der mediterranen Kost waren es 50 Prozent Kohlenhydrate und 35 Prozent Fett, bei der pflanzenbetonten Variante 70 Prozent Kohlenhydrate und 15 Prozent Fett. Die Forscher stellten den Teilnehmern sämtliche Mahlzeiten bereit und passten die Energiemenge so an, dass alle innerhalb von etwa vier bis fünf Monaten ungefähr zehn Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren.
Der Gewichtsverlust allein zeigte bereits einen klaren Effekt, denn in allen drei Gruppen stieg die Insulinempfindlichkeit der Muskulatur um ungefähr 50 Prozent. Die Muskelzellen reagierten damit nach der Diät deutlich besser auf Insulin, unabhängig davon, ob die Kost sehr kohlenhydratarm oder sehr kohlenhydratreich gewesen war.
Bei der Leber unterschieden sich die Gruppen dagegen deutlich. Ihre Insulinempfindlichkeit verbesserte sich in der Keto-Gruppe zwei- bis dreimal stärker als in den beiden Vergleichsgruppen. Auch der Fettgehalt der Leber sank dort im Mittel um 67 Prozent. Bei mediterraner und fettarmer, pflanzenbetonter Ernährung lag der Rückgang jeweils bei rund 45 Prozent.
„Eine Fettleber betrifft weltweit etwa 75 Prozent der Erwachsenen mit Adipositas und ist zur am schnellsten zunehmenden Ursache für chronische Lebererkrankungen und Leberzirrhose geworden“, erklärt Max C. Petersen von der Washington University School of Medicine in St. Louis.
Parallel nahm die Neubildung von Fett in der Leber, die sogenannte hepatische De-novo-Lipogenese, unter der sehr kohlenhydratarmen Kost am stärksten ab. Dasselbe galt für mehrere Marker des Zuckerstoffwechsels. Der über 24 Stunden gemessene Blutzucker sank in der Keto-Gruppe um rund 20 Prozent, in den beiden anderen Gruppen um etwa acht Prozent. Die über den Tag gemessenen Insulinspiegel verringerten sich um 74 Prozent unter Keto, um 44 Prozent unter mediterraner Kost und um 27 Prozent unter der fettarmen Diät.
Auch beim Prädiabetes zeigte sich ein Unterschied, denn nach der Gewichtsabnahme erfüllte etwa die Hälfte der Keto-Gruppe die Kriterien für Prädiabetes nicht mehr. In der mediterranen Gruppe waren es 29 Prozent und in der pflanzenbetonten Gruppe sieben Prozent. Wegen der kleinen Teilnehmerzahl sind diese Anteile allerdings besonders vorsichtig zu interpretieren.