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Wamp: Winamp 2.x als native macOS-App neu aufgelegt
von Carsten Knobloch
30. Aug. 2026 |
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Wer in den Neunzigern oder frühen Zweitausendern am PC Musik gehört hat, kam an Winamp kaum vorbei. Mit Wamp gibt es das Ganze als native App für den Mac (kostenlos / Open Source). Das Projekt (natürlich eines von vielen, gibt ja auch den NullPlayer) verzichtet bewusst auf Electron oder WebViews und setzt stattdessen komplett auf Swift und AppKit.
Der Clou: Wamp schluckt die originalen Winamp-2.x-Skins im klassischen wsz-Format. Bitmap-Schriftarten, Sprite-Grafiken, Farbschemata für die Wiedergabeliste und die Farbpaletten für die Visualisierung werden wie damals gerendert. Vier bekannte Retro-Skins wie base-2.91 oder Blue Plasma bringt die App direkt mit, eigene lassen sich einfach per Tastenkombination nachladen. Wer den Player auf modernen Bildschirmen zu winzig findet, kann die Oberfläche per Double-Size-Modus pixelgenau auf die doppelte Größe skalieren oder das Fenster dauerhaft im Vordergrund anpinnen.
Auch unter der Haube orientiert sich Wamp am Vorbild, nutzt aber macOS-Schnittstellen. An Bord sind ein 10-Band-Equalizer mit Preamp und Presets, ein Echtzeit-Spektrumanalysator sowie die beliebte Jump-to-File-Funktion, mit der sich auch Playlists mit über 10.000 Titeln in Sekundenbruchteilen durchsuchen lassen. Dateien, Ordner, m3u-Playlists oder CUE-Sheets zieht man einfach per Drag-and-Drop aus dem Finder in die Wiedergabeliste. Alternativ lassen sich auch lokale Titel und Wiedergabelisten direkt aus der macOS-Musik-App importieren.
Bei CUE-Sheets unterstützt Wamp sowohl externe Dateien neben FLAC-Alben als auch eingebettete CUESHEET-Tags, teilt diese in einzelne virtuelle Spuren auf und spielt sie lückenlos ab. An Audioformaten werden MP3, AAC, M4A, FLAC, WAV und AIFF unterstützt. Dazu gibt es Unterstützung für die Mac-Medientasten, die „Jetzt läuft“-Anzeige im Kontrollzentrum sowie die Steuerung über die Menüleiste. Klar, absolute Nische, gibt ja mittlerweile eine Vielzahl an Playern – aber ich hatte echt mal wieder Bock auf die Optik und das Feeling.
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