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800-Mio.-Dollar-Bonus: Zahlungen an CEO Haas werden zur Bewährungsprobe für Arm
Sollte Arm-CEO Haas 800 Millionen US-Dollar Bonus erhalten, wenn Arm Meilensteine erreicht? Das könnte zur Zerreißprobe werden. Für Beratungsfirmen ist das zu viel des Guten, sie wollen zudem mehr Vielfalt im Aufsichtsrat statt Arm und SoftBank die alleinige Macht zu überlassen. Da SoftBank 86 Prozent hält, wird das schwierig.
Dass ein Unternehmenschef gewisse Boni beim Erreichen von Unternehmenszielen erhält, ist keine neue Erfindung. Zuletzt nahmen die Summen jedoch ein Ausmaß an, das es nie zuvor gegeben hatte. Elon Musks riesiges Aktien-Gehalts-Paket von rund einer Milliarde US-Dollar wurde so problemlos durchgewunken und es gab sogar noch Glückwünsche von anderen CEOs wie Michael Dell, was offenbar auch Arm dazu veranlasste, ein ähnliches Paket zu schnüren.
Und so wurde ein „value creation plan“ (VCP) aufgestellt, der für den US-amerikanischen CEO Haas bis zu 800 Millionen US-Dollar in Aktien vorsieht, wenn Arm eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar erreicht. Weitere Meilensteine und noch mehr Boni sollten bei 1,5 und 2 Billionen US-Dollar folgen. Arm sprach davon, durch die Börsennotierung an der Nasdaq dem Sitz des CEOs in den USA zu Mitbewerbern ein Vergleichsangebot machen zu müssen, um wettbewerbsfähig zu sein.
Da solche VCPs in Europa eher nicht die Regel sind, hegt sich im britischen Mutterland von Arm nun Widerstand. Zwei Beraterfirmen erklären offen, dass ihre Aktionärskunden am 9. September gegen die Pläne stimmen sollen. Dass dies aber wirklich durchgeht, ist fraglich, da die Stimmenmehrheit mit 86 Prozent bei SoftBank liegt. SoftBank hatte Arm 2016 übernommen von der London Stock Exchange genommen, Jahre später erfolgreich an die US-Börse gebracht.
Mit dem Machtvakuum an der Spitze des Konzerns sind die Beraterfirmen ebenfalls nicht zufrieden. Sie empfehlen deshalb, Haas und Masayoshi Son (SoftBank) nicht wiederzuwählen, da dem Aufsichtsrat nicht genügend unabhängige Mitglieder angehörten. Haas ist seit diesem Jahr auch CEO des internationalen Geschäfts von SoftBank, hier sehen die Beraterfirmen letztlich eine problematische Entwicklung.
Eine „potential shareholder revolt“, wie sie der britische Telegraph nennt, dürfte es letztlich vermutlich aber eher nicht geben. Dennoch wirft das Ganze auch das Thema auf, inwiefern die Marktkapitalisierung auch wirklich etwas über eine gesteigerte Leistung und Zukunftssicherheit aussagt. Zweifel daran bestehen nicht erst seit gestern, gerade in den letzten Monaten sind Aktienexplosionen und folgende Abstürze rund um das Thema AI die Normalität geworden.
Aktuell ist Arm an der Börse 255 Milliarden US-Dollar „wert“. Die Marktkapitalisierung müsste sich für die Auszahlung an den CEO also vervierfachen. Dass dies aber durchaus schnell funktioniert, haben zuletzt andere Unternehmen der Branche gezeigt – allen voran Speicherhersteller, aber auch AMD und Intel. Innerhalb von sechs, zwölf oder auch 18 Monaten stiegen ihre Aktienkurse teilweise um mehr als 500 Prozent. Ob dies am Ende der Wirklichkeit entspricht, steht immer auf einem anderen Papier.