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Siedlergewalt im Westjordanland: Netanjahu versucht den Balanceakt
Wegen der Gewalt von Siedlern im Westjordanland steht Premier Netanjahu unter Druck. Nach dem jüngsten Vorfall fand er zwar ungewohnt scharfe Worte. Doch vor den Wahlen will er die Siedlerbewegung keinesfalls verprellen.
Szenen im palästinensischen Kusra: In dem Dorf im Norden des besetzten Westjordanlandes haben Dutzende israelische Siedler am Samstag Palästinenser angegriffen. Bewohner und die israelische Armee berichteten von Steinwürfen und gewaltsamen Zusammenstößen. Es soll mehrere Verletzte gegeben haben.
Zu den Vorfällen nahm Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Sonntagmorgen ungewöhnlich deutlich Stellung. In einem schriftlichen Statement verurteilte er die "kriminellen Gewalttaten" einer "Handvoll Randalierer". Diese Personen fügten der gesetzestreuen jüdischen Gemeinschaft schweres Unrecht zu, behinderten die israelische Armee bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und schadeten dem Ansehen Israels in der Welt.
In einem seit Wochen von israelischen Siedlern belagerten Dorf im Westjordanland ist es erneut zu Gewalt gekommen.
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Zeitgleich wächst der Druck aus dem Ausland. Ebenfalls am Samstag hatten Siedler einen britischen Aktivisten in dem Dorf Umm al-Khair im Süden des Westjordanlandes festgesetzt, ihn etwa eine halbe Stunde in einem Schuppen eingeschlossen und anschließend der Polizei übergeben.
Für internationale Schlagzeilen sorgte außerdem ein Angriff auf ein Fernsehteam des US-Senders NBC News in Dschalud. Journalisten von NBC News hatten eine palästinensische Frau namens Aida zu ihrem Haus in der Westbank begleitet. Ein Haus, das sie vor längerer Zeit verlassen musste.
Der betroffene NBC-Korrespondent schildert die Situation später so: "Als Aida uns näher an ihr Haus heranführte, stürmten plötzlich vermummte junge Männer herbei." Sie seien mit Stöcken und Steinen bewaffnet gewesen, ihr Fahrzeug habe ein israelisches Kennzeichen gehabt. "Sie schlugen die Windschutzscheibe unseres Autos ein, prügelten mit Knüppeln auf unser Team ein und schlugen Aida bewusstlos."
Vier europäische Staaten fordern Israel auf, umstrittene Siedlungspläne im Westjordanland aufzugeben.
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Der Verband ausländischer Journalisten in Israel zeigt sich in einem Statement "zutiefst alarmiert". Die Vorstandsvorsitzende Tanja Kraemer spricht von einem wiederkehrenden Muster der Gewalt: "Das ist leider kein Einzelfall. Wir haben immer wieder auf diese gewalttätigen Übergriffe von israelischen Siedlern auf Journalisten aufmerksam gemacht."
Der Verband fordert in einer Erklärung, das die Gewalttaten tatsächlich untersucht werden und die Personen, die dafür verantwortlich sind, auch zur Rechenschaft gezogen und strafrechtlich verfolgt werden.