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Studie zeigt: Wer KI versteht, hat mehr Angst um seinen Arbeitsplatz
Bisher wurde angenommen, dass vor allem Menschen einen Jobverlust durch KI fürchten, die sich mit dem Thema wenig auskennen. Eine Studie zeigt das Gegenteil.
Viele Menschen machen sich derzeit Sorgen um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Und diese Sorgen sind nicht unberechtigt. Laut einer Mercer-Befragung von Ende Mai 2026 gehen 99 Prozent der CEOs davon aus, dass sie in den nächsten zwei Jahren Mitarbeiter entlassen – und deren Jobs durch KI-Tools ersetzen werden.
Beobachter waren bisher der Annahme, dass Sorgen um einen Jobverlust wegen KI vor allem eine Folge mangelnder Information seien. Eine Studie der TU Darmstadt zeigt jetzt das Gegenteil. „Ein bemerkenswertes und gleichzeitig beunruhigendes Ergebnis“, wie Projektleiter Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TU Darmstadt, erklärt.
Je besser Menschen verstehen, wie KI funktioniert und was mit der Technologie möglich ist, desto größer die Sorge, beruflich unter Druck zu geraten oder den eigenen Job zu verlieren. Rund 43 Prozent der Menschen mit „sehr gutem KI-Know-how“ rechnen laut Studie damit, dass KI demnächst ihre Arbeit übernehmen könnte.
„Wer KI am besten versteht, erkennt auch am deutlichsten ihre Sprengkraft“, kommentiert Buxmann. Die Branche sei dafür nicht entscheidend. Vielmehr geht es darum, ob die Ergebnisse der eigenen Arbeit digitalisierbar sind.
Das gilt vor allem bei der Erstellung von Texten, Analysen, Berichten, Präsentationen, Programmcodes oder anderen digitalen Arbeitsergebnissen. Laut Buxmann sind Anwälte, Softwareentwickler oder Social-Media-Experten viel „stärker von der GenAI-Revolution betroffen“ als Handwerker oder Krankenpfleger.
Derweil ist KI im Alltag zwar angekommen, wird aber vorrangig von jungen, gut ausgebildeten und männlichen Nutzern verwendet. Die Forscher attestieren Deutschland zudem eine „KI-Weiterbildungslücke“. Demnach sollen bisher nur 15 Prozent der Befragten an einer entsprechenden Weiterbildung teilgenommen haben.
Buxmann ist der Meinung, dass generative KI zwar auch neue Tätigkeiten hervorbringe, dies jedoch vermutlich nicht in dem Maße, in dem Stellen wegfielen. „Unternehmen und Politik sind gefordert, den Sorgen nicht mit Beschwichtigung zu begegnen, sondern mit Qualifizierung und ehrlichen Antworten auf die Fragen der Arbeitswelt von morgen“, sagte der Wirtschaftsinformatiker.
Der aktuelle KI-Monitor der TU Darmstadt basiert auf einer in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführten repräsentativen Befragung von mehr als 2.000 Menschen.
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