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Geister-Nachfrage nach Rechenzentren: US-Staaten fürchten Strom-Überkapazitäten
Die Flut an Anfragen für neue Rechenzentren in den USA schürt Sorgen vor einer Strom-Blase. Experten warnen vor Geister-Nachfrage und steigenden Kosten.
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Bauen sie oder bauen sie nicht? Die Ungewissheit, die aktuell viele der wie Pilze aus dem Boden schießenden Rechenzentrumsprojekte umgibt, löst in den USA die Sorge aus, dass eine riesige Geister-Nachfrage nach Strom entsteht. Richten sich die Netzbetreiber danach aus, drohen massive Überkapazitäten – deren Kosten am Ende die Stromversorgung belasten würden.
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurde für geplante Rechenzentren in den USA inzwischen fast so viel Strom angefragt, wie zum Betrieb sämtlicher Privathaushalte des Landes nötig wäre. Es gehe um mittlerweile 700 Gigawatt, die vor allem für Bereiche in der Mitte der USA angefragt wurden.
Da diese Kapazität mehr als das Zehnfache der aktuell tatsächlich von Rechenzentren genutzten Kapazität beträgt, fürchten Experten, dass es sich um eine Blase handelt und eine Vielzahl der Projekte gar nicht realisiert wird. Zwar gibt es zweifellos mit dem Hype rund um Künstliche Intelligenz und milliardenschweren Investitionen in KI-Entwicklungsfirmen eine erhöhte Nachfrage nach Rechenpower. Alleine im Jahr 2026 wurden bislang Investitionen von über 700 Milliarden US-Dollar angekündigt. Laut einer BloombergNEF-Studie könnte der Stromverbrauch US-amerikanischer Rechenzentren bis 2035 auf ein Fünftel des gesamten Landesstroms ansteigen. In etlichen Fällen hätten sich Projekte in der Realität aber schon als viel kleiner oder gar gegenstandslos erwiesen.
Der US-Bundesstaat Texas hat als erster großer Rechenzentrums-Standort der USA deshalb einen Stopp für neue Netzanschlüsse verhängt und will die eingereichten Pläne erstmal überprüfen. Um die Seriosität der Vorhaben einschätzen zu können, sollen die Betreiber die tatsächlichen Eigentümer preisgeben – die Nennung einer Tochtergesellschaft genügt nicht mehr. Auch sollen die geplante Inanspruchnahme von Steuervergünstigungen, der Wasserverbrauch und Pläne für eigene Stromerzeugung offengelegt werden.
In Texas hofft man, so eine verlässlichere Datenbasis für den Ausbau der Infrastruktur zu bekommen. Parallel dazu entstehen in Texas und anderen US-Bundesstaaten bereits KI-Rechenzentren mit eigener Stromerzeugung ohne Netzanschluss, um den immensen Energiebedarf unabhängig vom öffentlichen Netz zu decken. Zuständig ist die texanische Regulierungsbehörde PUC. Texas gilt nach manchen Messgrößen als am schnellsten wachsende Region für KI- und Cloud-Rechenzentren. Die Zahl der Netzanschluss-Anfragen von Rechenzentren und anderen Großabnehmern in Texas ist laut Reuters von rund 48 Gigawatt im Jahr 2023 auf inzwischen 474 Gigawatt gestiegen.
Auch andere US-Bundesstaaten greifen inzwischen durch. Sechs Bundesstaaten haben sogar Gesetze auf den Weg gebracht, um den Bau neuer KI-Rechenzentren zu stoppen. In Pennsylvania zeigt sich das Ausmaß der Unsicherheit besonders deutlich: Von über 100 angekündigten Rechenzentren haben bislang nur 20 die nötigen Genehmigungsanträge gestellt. Der Bundesstaat hat inzwischen ebenfalls strengere Auflagen erlassen – für Projekte ab 25 Megawatt gelten seit einer Verfügung von Gouverneur Josh Shapiro vom 18. August höhere Transparenzpflichten. In Ohio ist nach Einführung von Gebühren für Netzanschluss-Prüfungen die Warteschlange beim Versorger AEP Ohio um mehr als die Hälfte eingebrochen.
Laut Branchenexperten gibt es keinen einheitlichen Standard, wie Versorger Anfragen erfassen. Während manche nur unterschriebene Verträge zählen, akzeptieren andere auch unverbindliche Anfragen. Folglich tummelten sich unter den Anfragen auch Unternehmen, die noch gar keine ausreichende Finanzierung vorweisen können oder denen die Fachkompetenz fehlt, um das Vorhaben umzusetzen.
Würden die Netzversorger blind den Anfrag