// HEISE ONLINE — MODA & SOCIETÀ
Gehalt als Knackpunkt: Unternehmen tun sich schwer, IT-Jobs zu besetzen
Der Digitalverband Bitkom sieht eine Eintrübung des IT-Arbeitsmarkts mit deutlich weniger offenen Stellen. Aber es herrsche immer noch Fachkräftemangel.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland sieht nach wie vor einen Mangel an IT-Fachkräften, wie aus einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom hervorgeht. Im Vergleich zum Höchststand von 2023 habe der sich allerdings nahezu halbiert, wie der Verband errechnet hat: Demnach sind 2026 79.000 IT-Jobs in der deutschen Wirtschaft zu besetzen, 2023 waren es noch 149.000.
Als Gründe für diesen Einbruch nannte Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst auf Nachfrage zum einen die schwache wirtschaftliche Lage in Deutschland. Unternehmen seien zurückhaltend bei Projekten, große Infrastrukturausgaben und Investitionen würden vermieden. Außerdem gingen die Firmen IT-Projekte oft nicht mehr in Deutschland an, sondern eher in ihren Auslandsniederlassungen wie etwa in Indien. Künstliche Intelligenz, die oft als Jobkiller diskutiert wird, lasse sich laut Wintergerst bislang nicht als Haupttreiber der schwachen Nachfrage belegen.
Laut Bitkom haben 97 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten, ihre IT-Stellen zu besetzen. 78 Prozent der Unternehmen beobachten derzeit einen Mangel an IT-Fachkräften. Nur 14 Prozent bewerten das Angebot als ausreichend, 5 Prozent sehen ein Überangebot. 76 Prozent erwarten ferner, dass sich der IT-Fachkräftemangel weiter verschärfen wird. 15 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Mangel, 8 Prozent mit einer Abnahme. Besonders gesucht würden aktuell IT-Administratoren (26 Prozent), Softwareentwickler (17 Prozent) und Fachleute für Cloud und Infrastruktur (14 Prozent).
Die Diagnose eines pauschalen Fachkräftemangels in der IT teilen andere Beobachter des Marktes nicht. So führt die Bundesagentur für Arbeit in ihrer aktuellen Engpassanalyse kaum noch Berufe mit IT-Bezug auf. „Anders als im Vorjahr konnten 2025 unter anderem keine Engpässe mehr in der spanenden Metallbearbeitung, im IT-Vertrieb oder in der Softwareentwicklung festgestellt werden“, teilte die Behörde mit. Auch Datenbank-Entwickler, IT-Admins, Fachinformatiker oder Ähnliches sieht die Arbeitsagentur nicht als Mangelfelder. Lediglich auf Spezialistenniveau werden ungefähr im unteren Drittel der Mangelberufslisten Berufe der Informatik und technischen Informatik genannt, weil einzelne Indikatoren wie die Vakanzzeit ausgeschriebener Stellen oder die geringe Arbeitslosenquote auf Engpässe deuten.
Laut Bitkom ist der häufigste Grund, warum Unternehmen und IT-Bewerber nicht zusammenkommen, die Gehaltsfrage (Mehrfachnennungen möglich). 59 Prozent der Firmen bemängeln, dass die Gehaltsvorstellungen der Kandidaten sich nicht mit den Qualifikationen decken. 48 Prozent sagten auch, dass die Gehaltsvorstellungen nicht zum Gehaltsgefüge passen. 47 Prozent gaben an, dass es an notwendigen Deutschkenntnissen scheitere oder auch an fehlender Umzugsbereitschaft (42 Prozent) oder daran, dass das Unternehmen nicht die Bewerber-Anforderungen an mobiles Arbeiten erfüllen könne (35 Prozent). 31 Prozent hatten angegeben, gar keine Bewerbungen auf Ausschreibungen erhalten zu haben.
Künstliche Intelligenz beeinflusst den IT-Arbeitsmarkt laut Bitkom bislang nur am Rande. So setzen 42 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen KI bereits in ihrer IT-Abteilung oder bei der Arbeit ihrer IT-Fachkräfte ein. Weitere 36 Prozent planen den Einsatz, 13 Prozent diskutieren ihn. Für nur 7 Prozent ist KI in der IT derzeit kein Thema. Ein flächendeckender Einsatz findet bislang aber nicht statt. 43 Prozent gaben an, die Technologie nur vereinzelt zu nutzen, 46 Prozent in einigen Bereichen und nur 7 Prozent in fast allen Bereichen.
Ein merklicher Verlust von IT-Jobs durch KI lässt sich laut Bitkom nicht feststellen – und die Mehrheit der Firmen erwartet der Umfrage nach auch keinen. Von den Unte