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Ex-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff arbeitet wieder für den »Tagesspiegel«
Ex-»Tagesspiegel«-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Bernd Elmenthaler / Geisler-Fotopress / picture alliance
Im Juni hatte die »Tagesspiegel«-Chefredaktion ihren früheren Chefredakteur und Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff aufgefordert, alle publizistischen Aktivitäten für die Zeitung bis auf Weiteres ruhen zu lassen. Nun darf Casdorff wieder für den »Tagesspiegel« arbeiten. Wie das Medienhaus dem KNA-Mediendienst am bestätigte, nimmt Casdorff seine Tätigkeit in der Redaktion wieder auf.
Der ehemalige Chefredakteur war Mitte Juni von seinen Aufgaben entbunden worden, nachdem herausgekommen war, dass er mehrere Kommentare mithilfe von künstlicher Intelligenz verfasst hatte. In einem von der Chefredaktion unterzeichneten Beitrag auf der Website der Zeitung hieß es, Casdorff habe die Beiträge von einer KI schreiben lassen. Nachdem dies der Chefredaktion bekannt geworden sei, habe man sich dazu entschlossen, vorerst keine Texte des 67-Jährigen mehr zu veröffentlichen. Die betroffenen, älteren Artikel habe man »bis zum Abschluss der genauen Prüfung« offline genommen.
Casdorff selbst räumte die Vorwürfe ein. Er habe für die Texte KI genutzt, »das hätte ich kenntlich machen müssen und sie deswegen nicht publizieren dürfen«, wurde er in dem Beitrag mit der Überschrift »In eigener Sache« zitiert. Er habe »einen Riesenfehler gemacht, habe dem Haus geschadet und mir. Dafür bitte ich von ganzem Herzen um Entschuldigung«, so Casdorff weiter.
»Stephan-Andreas Casdorff hat sein Verhalten im Umgang mit KI selbstkritisch reflektiert«, sagte eine Sprecherin des »Tagesspiegel« nun. Es habe nach Bekanntwerden des KI-Einsatzes eingehende Gespräche gegeben. Casdorff habe von Anfang an eingestanden, einen Fehler gemacht zu haben, und sich entschuldigt. Deshalb nehme er seine Tätigkeit nun wieder auf.
Casdorff soll sich zunächst auf Moderationen für das Medienhaus konzentrieren. Zu einem späteren Zeitpunkt sei auch gelegentliches Schreiben wieder vorgesehen. Der Editor-at-Large arbeitet seit 1999 für den »Tagesspiegel«. Von 2004 bis 2018 hatte er gemeinsam mit Lorenz Maroldt die Chefredaktion inne, bis 2024 war er einer der Herausgeber des Blatts.