// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
El Niño: Sorge in Brasilien vor neuen Überschwemmungen
Im brasilianischen Porto Alegre gab es erst vor zwei Jahren eine verheerende Flutkatastrophe. Durch das Klimaphänomen El Niño drohen nun neue Überschwemmungen - ist die Stadt diesmal besser vorbereitet?
Ein alter Gummistiefel, ein Reifen, sogar eine verschimmelte Matratze - sie alle erzählen Geschichten von zerstörten Existenzen. Das sagt Barbara Barbieri, während sie mit ihren Kollegen vom Zivilschutz durch die Schutt- und Trümmerberge steigt. Die Spuren der Katastrophe sind noch immer zu sehen, hier auf der Pintada-Insel vor Porto Alegre. Auch zwei Jahre nachdem die verheerende Flut große Teile der Stadt Porto Alegre überschwemmte.
"Damals schoss das Wasser hier herein, eine regelrechte Sturzflut", berichtet Barbieri. "Das war schockierend. Wir sahen, wie alles einfach weggespült wurde - so was hatte es noch nie zuvor gegeben."
In Südbrasilien sind mehr als 140 Menschen während des schweren Hochwassers gestorben.
mehr
Die Unwetter-Katastrophe im Mai 2024 im Bundesstaat Rio Grande do Sul war die schwerste, die Brasilien in Jahrzehnten erlitten hat: Mindestens 181 Menschen starben, mehr als 600.000 mussten ihre Häuser verlassen. Der Flughafen blieb noch monatelang geschlossen, Ernten wurden zerstört - besonders betroffen war die Stadt Porto Alegre und ihr Umland.
Die Region bleibt bis heute Risikogebiet. Deshalb treibt die Menschen die Sorge vor einem "Super El Niño" um. Denn mit dem Klimaphänomen verbunden sein könnten Rekordniederschläge und Hochwasser in diesem und nächstem Jahr.
1,4 Millionen Menschen sind betroffen. Auch ein Stück deutsche Einwanderungsgeschichte versank in den Fluten.
mehr
Marcus Olioveira, Chef des Zivilschutzes von Porto Alegre, ist schon jetzt in Alarmbereitschaft. "Gerade gab es eine Unwetterwarnung. Mögliche Stürme mit bis zu 80 Stundenkilometern, starken Gewittern und Hagel", berichtet er.
Doch die Stadt sei heute besser vorbereitet. Der Zivilschutz wurde aufgestockt, von 30 auf 80 Mitarbeiter, dazu gibt es ein neues Überwachungszentrum. Pumpstationen, Fluttore und Dämme wurden ausgebessert und das Frühwarnsystem modernisiert.
Bürgermeister Sebastião Melo kündigte an, dass die Modernisierungsarbeiten an den Pumpstationen - die 2024 aufgrund der Stromschlaggefahr stillgelegt wurden - bis November abgeschlossen sein sollen.