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Auch nach Sanierung: Massive Verspätungen auf Bahnstrecke Hamburg-Berlin
Zehn Monate lang wurde die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg umfassend saniert. Doch auch nach der Wiedereröffnung läuft der Verkehr alles andere als reibungslos.
Seit dem 14. Juni fahren die Züge wieder durchgehend zwischen Berlin und Hamburg. Zuverlässig läuft der Verkehr seitdem allerdings nicht. Das zeigen Zahlen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.
Danach wurden zwischen der Wiedereröffnung und dem 26. Juli insgesamt 3.150 Fernzugfahrten auf der Strecke erfasst. Rund 74 Prozent dieser Fernzugfahrten waren mindestens sechs Minuten verspätet. 219 Züge hatten sogar mehr als 90 Minuten Verspätung. Zusätzlich fielen in diesem Zeitraum 172 geplante Fernzüge der Deutschen Bahn aus.
Besonders schlecht lief es unmittelbar nach der Wiedereröffnung. Zwischen dem 14. und 30. Juni waren nur 239 von insgesamt 1.272 erfassten Fernzügen beim Verlassen der Strecke weniger als sechs Minuten verspätet. Am 27. Juni fielen zudem 28 von 51 geplanten DB-Fernzügen aus. Im Juli verbesserte sich die Lage zwar, blieb aber deutlich hinter dem angestrebten Niveau zurück.
Das Schienennetz soll Stück für Stück repariert werden. Doch bei Sanierungen gab es immer wieder Probleme.
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Auch die Bundesregierung räumt ein, dass die Pünktlichkeit nach der Sanierung das angestrebte Niveau bislang nicht erreicht habe. Als Ursachen nennt sie unter anderem Hitzetage wie den 27. Juni mit hohen Schienentemperaturen, lokale Unwetter sowie Auswirkungen anderer Bauarbeiten im Berliner Bahnknoten.
Zu den häufigsten konkreten Verspätungsursachen gehörten außerdem bereits verspätete vorausfahrende Züge, Probleme an der Leit- und Sicherungstechnik und Unregelmäßigkeiten bei Bauarbeiten. Hinzu kommt, dass Teile der neuen Technik nach der Wiedereröffnung zunächst noch nicht vollständig in Betrieb waren.
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Die Deutsche Bahn spricht gegenüber dem rbb von einer inzwischen besseren Entwicklung und räumt ein, dass die Betriebsqualität in den ersten Wochen "aus verschiedenen Gründen noch nicht zufriedenstellend" gewesen sei. Neben lokalen Unwettern habe es etwa zahlreiche Einsätze in der Altmark gegeben. Inzwischen beobachte man jedoch eine steigende Pünktlichkeit und weniger Störungen als vor der Sanierung.
Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten auf der Strecke dennoch nicht. Derzeit würden noch Restarbeiten umgesetzt, teilte die Bahn mit. Bei einer Hochgeschwindigkeitsstrecke seien die Anforderungen besonders hoch. Manche Fehler und Optimierungsbedarfe zeigten sich erst "nach einigen Wochen der Regelbelastung".