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Warnstreik in den norddeutschen Seehäfen beendet
Die Gewerkschaft ver.di hatte Beschäftigte der norddeutschen Seehäfen in Hamburg und Niedersachsen aufgerufen, für 48 Stunden die Arbeit niederzulegen. In der Nacht zum Samstag endete der Warnstreik. Hintergrund ist der andauernde Tarifkonflikt.
Nicht nur in Hamburg, sondern auch in Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Emden und Brake legten Hafenarbeiterinnen und -arbeiter vorübergehend die Arbeit nieder. Im Hamburger Hafen hatte der Warnstreik Auswirkungen auf die Schiffsabfertigungen. Viele Containerbrücken zum Be- und Entladen der Schiffe standen am Donnerstag und Freitag still.
Hintergrund des Warnstreiks ist der Tarifkonflikt bei den deutschen Seehäfen. Zuletzt hatte die Arbeitgeberseite eine Lohnerhöhung von unter anderem 5,1 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 18 Monaten geboten. Die Beschäftigten lehnten das Angebot mit großer Mehrheit ab. Ver.di fordert unter anderem ein Plus von 8,2 Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr.
Für Freitagmorgen hatte ver.di die Beschäftigten aller Betriebe zu einer Demonstration durch den Hamburger Hafen aufgerufen - mit Start am Terminal Burchardkai. Trotz des regnerischen Wetters kamen viele Beschäftigte, um ihre Enttäuschung über den bisherigen Verhandlungsverlauf kundzutun. Man sei sehr unzufrieden mit dem bisherigen Angebot der Arbeitgeberseite, sagte ver.di-Landesbetriebsleiter André Kretschmer NDR 90,3. "Die Kolleginnen und Kollegen streiken nicht um des Streikens willen, sondern weil sie eine klare Botschaft senden wollen an den Arbeitgeber, dass das Angebot nicht ausreichend ist", sagte er.
Die Arbeit niederlegen sollten laut ver.di-Aufruf Hafenarbeiterinnen und -arbeiter von mehr als einem Dutzend Betrieben, darunter die Beschäftigten der HHLA Containerterminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort sowie die Beschäftigten des Containerterminals Eurogate und der Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft. Gestreikt wurde auch unter anderem bei J.Müller in Brake und Bremen sowie bei der EVAG in Emden, die vor allem den Autoumschlag übernimmt. In Bremerhaven und Wilhelmshaven legten Beschäftigte ebenfalls ihre Arbeit nieder.
Die Hafenunternehmen im Arbeitgeberverband Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) reagierten auf den Streikaufruf mit großem Unverständnis. Torben Seebold, Vorstand bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und Verhandlungsführer der Arbeitgeber, hatte schon vor dem Streikaufruf gesagt, man sei an die Grenzen der wirtschaftlichen Möglichkeiten gegangen. Ein Tarifabschluss jenseits davon würde Betriebe nachhaltig gefährden - und damit auch Arbeitsplätze in den deutschen Seehäfen.
Bereits am 18. August hatten Hafenbeschäftigte für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt. Dadurch war der Warenumschlag verlangsamt und teils sogar gestoppt worden. Laut ver.di geht es um rund 11.000 Beschäftigte in den Häfen.
Nachdem die Beschäftigten ein neues Angebot der Arbeitgeber abgelehnt haben, könnte es demnächst Streiks in den norddeutschen Seehäfen geben (01.09.26)
ndr
Dieses Thema im Programm: NDR Fernsehen | Hamburg Journal 18:00 Uhr | 04.09.2026 | 18:00 Uhr