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Deutsche Isar-Aerospace-Rakete erfolgreich ins All gestartet
Es ist ein großer Schritt für Europas Raumfahrtindustrie: Ein erst 2018 gegründetes bayerisches Start-up schießt beim zweiten Test eine Rakete ins All.
Die Spectrum-Rakete des deutschen Raumfahrtunternehmens Isar Aerospace ist bei ihrem zweiten Testflug erfolgreich ins All gestartet. Die Rakete hob um 22.12 Uhr vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya ab, wie auf einem Livestream zu sehen war. Nach zehn Minuten riss die Videoübertragung zum Boden ab, nachdem die Rakete die maximale Reichweite der Verbindung überschritten hatte. Kanzler Friedrich Merz (CDU) gratulierte dem Unternehmen: „Das ist der Beginn einer neuen Ära.“
Beim ersten Versuch im März 2025 waren nur 30 Sekunden bis zum Absturz vergangen. Das in Ottobrunn bei München ansässige Unternehmen feierte damit nach monatelangen Verzögerungen und viermaliger Verschiebung des zweiten Testflugs einen großen Erfolg.
In der Live-Übertragung von Isar Aerospace war unter anderem das Abstoßen der ersten Stufe zu sehen. Nach etwa vier Minuten erreichte die zweite Stufe eine Flughöhe von etwa 100 Kilometern über dem Erdboden – die sogenannte Kármán-Linie, welche die gedachte Grenze zum All markiert. Im weiteren Verlauf gab die Rakete ihren Nutzlastbehälter ab. Sie hatte fünf wissenschaftliche Satelliten mehrerer Universitäten und ein wissenschaftliches Experiment geladen. Danach sollte laut den Moderatoren des Streams die zweite Raketenstufe zurück Richtung Erdatmosphäre gesteuert werden. In der Regel geschieht das, damit die Raketenstufen hier verglühen und nicht als Weltraummüll im Orbit verbleiben.
„Das erste Mal gelingt ein solcher Flug vom europäischen Kontinent aus in die Erdumlaufbahn“, teilte Kanzler Merz in der Nacht mit. Ob auch die Satelliten selbst erfolgreich in die Umlaufbahn ausgesetzt wurden und ob mit der zweiten Raketenstufe noch alles wie vorgesehen lief, teilte Isar Aerospace zunächst nicht mit. Auf eine Anfrage von heise online dazu antwortete das Unternehmen nicht unmittelbar.
Ursprünglich hätte die Spectrum-Rakete bereits im Januar abheben sollen. Doch der erste Termin wurde wegen eines defekten Ventils verschoben, beim zweiten Anlauf im März kam ein norwegischer Fischer dazwischen, der mit seinem Boot die Sicherheitszone in den Gewässern vor der Startbasis nicht rechtzeitig verlassen hatte. Im April wurden die Startvorbereitungen wegen eines leckenden Druckbehälters abgebrochen, im Juni gab es erneut ein technisches Problem: Die Flüssigkeitssysteme zeigten Abweichungen. Isar Aerospace will in diesem Jahre weitere Starts folgen lassen, der Bau der dritten Spectrum-Rakete ist bereits weit fortgeschritten.
Die Spectrum soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen, geplant ist die Produktion von 40 Raketen im Jahr. Sowohl die Bundesregierung als auch EU und andere europäische Staaten haben ein strategisches Interesse am Erfolg des Unternehmens mit seinen gut 400 Mitarbeitern. Isar Aerospace hat nach Firmenangaben bislang über eine halbe Milliarde Euro Investorengelder eingeworben, unter anderem von der Nato, und der Holdinggesellschaft Porsche SE. Zuletzt hatte das Jungunternehmen einen Vertrag über 200 Millionen Euro mit der Europäischen Weltraumbehörde ESA unterzeichnet – Teil eines ESA-Programms, das die Entwicklung europäischer Trägerraketen beschleunigen soll.
Grund ist die derzeitige weitgehende Unfähigkeit Europas, Satelliten mit eigener Technik ins All zu schießen. Seit Langem wird die große Mehrheit der europäischen Satelliten von SpaceX ins All befördert. Das ist bei europäischen Raumfahrtunternehmen nicht zuletzt deswegen unpopulär, weil die Auftraggeber in den USA die technischen Spezifikationen ihrer Satelliten offenlegen müssen. Nach Angaben von Isar Aerospace starteten die USA im vergangenen Jahr 198 Raketen, Europa lediglich acht.
Rund 60 Prozent der Anfragen an Isar Aerospace kommen mittlerweile aus dem militärischen Bereich, wie Vorstandschef Dani