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Internationale Pressestimmen zu Sachsen-Anhalt: "Ein politischer Albtraum für Merz"
Wie schaut das Ausland auf Sachsen-Anhalt? Den Wahlerfolg der AfD führen internationale Medien zu großen Teilen auf die Bundespolitik zurück - und auf die Unbeliebtheit von Kanzler Merz. Auch werden Folgen für ganz Europa befürchtet.
Wall Street Journal: "Das Signal ist deutlich, auch wenn die rechnerischen Mehrheitsverhältnisse der AfD womöglich keine handlungsfähige Mehrheit in der Landesregierung verschaffen. Die Wähler sind der etablierten Parteien überdrüssig. Dieser Frust speist sich vor allem aus der liberalen Einwanderungspolitik, die Berlin ein Jahrzehnt lang seit 2015 verfolgte, und die zurückzudrehen sich als schwierig erweist. Hinzu kommt ein wirtschaftliches Schwächeln, gegen das Berlin kein wirksames Mittel findet. (...) Die Links-rechts-Koalition lähmt Merz, dessen persönlicher Instinkt in der Wirtschafts- und Außenpolitik eigentlich in Richtung jener Reformen weist, die Deutschland braucht."
Ouest-France: "Zu sehen, wie sie an den Wahlurnen fast jeden zweiten Wähler hinter sich vereinen, ist ein Schock für Millionen von Deutschen, für die die AfD eine Bedrohung für ihre Demokratie, eine Beleidigung des Versprechens 'Nie wieder' und ein Rückschlag für all die Arbeit ist, die in Bezug auf ihre Vergangenheit geleistet wurde. Kein anderes Land hat so viel in eine gemeinsame Aufklärungs- und Erinnerungsarbeit investiert wie Deutschland, um die Wiederkehr der Vergangenheit abzuwenden. (...) Sowohl der Kreml als auch das Weiße Haus sind mit diesem Ergebnis zufrieden, das die führende europäische Macht und damit Europa schwächt. Sachsen-Anhalt ist zwar ein kleines Bundesland, doch die Auswirkungen sind groß."
Neue Zürcher Zeitung: "Der schlimmste Albtraum der CDU ist wahr geworden: Die Wähler haben die Partei halbiert. (...) Diese Wahl war ein Misstrauensvotum gegen die gesamte Partei, nicht nur den Landesverband in Sachsen-Anhalt. Die Umfragen zeigen es deutlich. 86 Prozent der abgewanderten Wähler äußerten sich enttäuscht über Bundeskanzler Friedrich Merz. Er habe zu viel versprochen und zu wenig gehalten."
Tages-Anzeiger: "Landtagswahlen spiegeln oft die Stimmung gegenüber der Bundesregierung wider. Das Ergebnis ist somit auch ein Urteil über die schwarz-rote Koalition in Berlin - und für Kanzler Friedrich Merz ein schlechtes. Er sprach immer davon, die AfD wegregieren zu wollen. Jetzt bestätigt die teils rechtsextreme Partei in Sachsen-Anhalt ihren Aufwärtstrend. Noch ungünstiger für ihn wirkt sich aus, dass der Absturz der CDU noch schlimmer ausfällt als erwartet. Einige in der Partei werden auf der Suche nach Verantwortlichen in seine Richtung blicken. Mit seiner Unbeliebtheit hat der deutsche Kanzler den Konservativen beim Wahlkampf in Sachsen-Anhalt geschadet."
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die AfD stärkste Kraft geworden - mit einem Rekordergebnis.
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Independent: "Der Wahlsieg der Partei stellt einen historischen Wandel in der deutschen Politik dar, nachdem die anderen Parteien jahrelang zusammengearbeitet hatten, um die extreme Rechte von der Macht fernzuhalten. (...) Dieser Sieg ist der größte Erfolg in der 13-jährigen Geschichte der AfD und erfolgt in einer Zeit weit verbreiteter Unzufriedenheit mit einer unpopulären Bundesregierung, die die Wähler bislang nicht davon überzeugen konnte, dass sie die schwächelnde Wirtschaft des Landes wieder in Schwung bringen kann. Zudem ist der Sieg ein symbolischer Rückschlag für Merz, dessen Mitte-rechts-Partei Sachsen-Anhalt seit 24 Jahren regierte."
De Tijd: "Das Wahlergebnis war nichts Geringeres als ein Erdbeben in der politischen Ordnung Deutschlands seit dem Ende des Krieges. (...) Der Erfolg der AfD ist insofern ungewöhnlich, als sich Deutschland stets mit seiner Nazi-Vergangenheit auseinandergesetzt hat. Die Partei steht der Neonazi-Bewegung nahe, verbreitet rassistische Verschwörungstheorien und plädiert für die "Remigration" von Menschen mit Migrationshintergrund. Zudem verfolgt die AfD ein