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Bericht: Apple will mehr Geld aus dem App Store ziehen
Einigungen mit der EU sowie Ländern wie Japan sollen eigentlich Ruhe in die App-Store-Provisionsdebatte bringen. Offenbar sieht das der neue Apple-CEO anders.
App-Store-Icon vor wolkigem Hintergrund: Will Ternus mehr Marge?
Apples jüngste Quartalszahlen haben es gezeigt: Das Dienstegeschäft des Konzerns wächst nicht mehr so stark, schwächelt insbesondere aufgrund der zunehmenden App-Store-Regulierung. So räumte Finanzchef Kevan Parekh ein, dass neben Wechselkurseffekten auch geänderte Regeln ein Belastungsfaktor seien. Zuletzt hatte sich Apple in mehreren Ländern mit Wettbewerbshütern geeinigt, weniger Provision einzuziehen, beispielsweise in Japan und zuletzt sogar in der Europäischen Union. Doch dieses schlappe Wachstum bei sinkender Marge möchte Apples neuer CEO John Ternus, seit wenigen Tagen am Drücker, offenbar nicht hinnehmen. Dazu passt, dass es erst kürzlich einen wichtigen Wechsel an der Spitze des App Store gab.
Phil Schiller, Apples langjähriger Marketingchef und zuletzt als „Apple Fellow“ für den App-Laden sowie Events verantwortlich, soll abgetreten sein. Zuletzt soll sich der für weniger Druck auf dem Kessel in Richtung App-Entwickler und Regulierer eingesetzt haben. Doch Ternus sieht das einem Bloomberg-Bericht vom Wochenende zufolge anders. Er soll zusammen mit mächtigen Dienstechef Eddy Cue entschieden haben, „noch mehr Geld“ mit dem App Store zu generieren – mehr noch als geschätzt aktuell 30 Milliarden US-Dollar im Jahr. Laut Bloomberg sollen Ternus und Cue nach Wegen suchen, die Margen weiter zu erhöhen und „zusätzliche wiederkehrende Umsätze aus der Plattform zu quetschen“.
Schiller habe befürchtet, dass dies Developer und Regierungen nur weiter verärgern könne. Zwar kam es nicht zu einem internen Zerwürfnis, doch Schiller habe daran nicht teilnehmen wollen. Laut eigenen Aussagen vor Gericht will Schiller sich etwa dafür eingesetzt haben, von Entwicklern, die auf externe Zahlungsdienstleister setzen, keine satten 27 Prozent Provision (also nur 3 Prozent Ersparnis) zu verlangen.
Die Frage ist nun, ob und wie Ternus und Cue eine aggressivere App-Store-Gebührenstruktur durchsetzen könnten. Der offene Streit mit der EU scheint zwar zunächst beendet – mit Ausnahme des Problems Siri AI –, doch gibt es in diversen anderen Ländern ähnliche Komplikationen.
In den USA läuft zudem noch eine Klage gegen beziehungsweise von Epic Games, deren Ausgang völlig offen ist. Denkbar wäre allerdings, dass sich Apple neue Wege außerhalb der üblichen Provisionen ausdenkt – etwa Nutzer noch stärker in Abomodelle bringt, an denen der Konzern mitverdient.
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