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GrapheneOS plant eigene Messenger-Lösung mit RCS und E2EE
GrapheneOS plant eine eigene Messenger-Lösung mit RCS-Support und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Zudem sollen veraltete AOSP-Standard-Apps ersetzt werden.
Das GrapheneOS-Team hat einige Zukunftspläne für das Custom-ROM angekündigt. So planen die Macher, eine eigene Messenger-Lösung mit RCS-Support zu entwickeln. Auch die teils recht angestaubten Apps aus Googles AOSP (Android Open Source Project) will das Team gegen eigene ersetzen.
GrapheneOS basiert im Grunde wie alle Android-Versionen auf dem AOSP. Mit dem AOSP-Code, der unter der recht freizügigen Apache-2.0-Lizenz bereitgestellt wird, können unabhängige Entwickler ihre eigenen Android-Versionen kompilieren. Einige Funktionen und Apps wie etwa die Google-eigene Messaging-App mit Unterstützung des Messagingprotokolls Rich Communication Services (RCS) erfordern derzeit jedoch Google-Dienste. Jedoch will GrapheneOS grundsätzlich nichts mit Google-Diensten zu tun haben; sie lassen sich nur in einer Sandbox ausführen, sodass sie vom Rest des Systems isoliert sind.
Google-Dienste sollen bei GrapheneOS weiterhin draußen bleiben, jedoch arbeitet das Team mit neuen Mitarbeitern daran, zunächst die Standard-Messaging-App des Custom-ROMs zu modernisieren. Sie soll eine von Grund auf neue Bedienoberfläche erhalten, die mit Jetpack Compose geschrieben wurde, so die Macher auf Mastodon. Zudem enthalte die neue App, die in Kürze erscheinen soll, „eine Vielzahl weiterer Verbesserungen und Fehlerbehebungen“.
Dies sei indes nur der Anfang: „Langfristig planen wir, Unterstützung für RCS hinzuzufügen, einschließlich der Unterstützung für die standardmäßige End-to-End-Verschlüsselung (E2EE) über Messaging Layer Security (MLS)“, so das Team.
Weiter erklärt GrapheneOS, dass RCS unter Android derzeit über Code verteilt sei, der sich über das Betriebssystem, Google Messages und die Google-Play-Dienste erstrecke. „Wir planen, zunächst eine Entsprechung für den Teil in Google Messages zu entwickeln. Für die RCS-Aktivierung usw. wäre zunächst eine Sandbox-Version von Google Play erforderlich, aber auch diese wollen wir implementieren“, so das Team.
Abseits der Messaging-App planen die Custom-ROM-Entwickler die über AOSP bereitgestellten System-Apps „in naher Zukunft zu überarbeiten oder vollständig zu ersetzen“. So sei die AOSP-Galerie-App „unglaublich veraltet“ – man wolle sie komplett ersetzen. Das Gleiche könnte der AOSP-Tastatur-App widerfahren.
Diese umfangreichen Änderungen scheinen im Lichte der neuen Zusammenarbeit mit Motorola zu stehen. Die beiden Partner hatten im März dieses Jahres eine Kooperation angekündigt, in der GrapheneOS auf ausgewählten Motorola-Geräten optional Einzug halten wird. Die ersten für das Custom-ROM optimierten Geräte sollen im Laufe des nächsten Jahres erscheinen und recht teuer werden.
GrapheneOS sieht außerdem vor, den Übergang zu neuen Android-Versionen auf Motorola-Geräten nahtloser zu gestalten. Laut dem Team wolle man Releases frühzeitiger vorbereiten, damit bei der Veröffentlichung größerer Android-Updates alles bereit sei. GrapheneOS geht davon aus, seinen Code bei größeren Android-Releases in eigene Repositories übertragen zu können. Dafür müsse das Team alle relevanten AOSP-Git-Repositories selbst hosten.
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