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Pentagon-Leaks: Die verheimlichten Verträge der KI-Giganten
400 Seiten Enthüllungsakten zeigen: Google, OpenAI & Co. liefern nicht nur Software ans US-Militär, sondern gestalten die globale Pentagon-Kriegsstrategie mit.
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Eine Klage auf Basis des Freedom of Information Act (FOIA) hat über 400 Seiten vertraulicher Vertragsunterlagen ans Licht gebracht. Die von The Intercept ausgewerteten Dokumente offenbaren eine enge Kooperation zwischen dem Pentagon und den KI-Unternehmen OpenAI, Google, xAI sowie Anthropic. Die Zusammenarbeit geht demnach weit über die Bereitstellung von Software hinaus: Ingenieure und Sicherheitsexperten der Konzerne arbeiten mit dem US-Militär daran, Künstliche Intelligenz (KI) für Überwachung, Zielerfassung und autonome Einsatzführung zu entwickeln.
Die im Juli 2025 geschlossenen Verträge mit einem Volumen von je bis zu 200 Millionen US-Dollar dienten dem Aufbau von Prototypen, um militärische Entscheidungen, Logistik und Aufklärung zu optimieren. Ein Bestandteil ist der Informationsaustausch. Die Firmen stellten laut dem Bericht nicht nur ihre leistungsfähigsten Sprachmodelle bereit, sondern berieten das Verteidigungsministerium bei seiner KI-Strategie. Im Gegenzug erhielten sie Zugang zu vertraulichen Briefings über operative Bedrohungen und Einsätze. Ferner sollten sie Lageberichte über gegnerische KI-Taktiken etwa aus China oder Russland liefern sowie Schulungen und Simulationsübungen durchführen.
Besonders kritisch bewerten Experten die Rolle der Anbieter bei der Risikoanalyse. Laut den Verträgen sollten die KI-Entwickler selbst Prognosen über potenzielle Gefahren ihrer Produkte erstellen. Branchenkenner wie Heidy Khlaaf vom AI Now Institute sehen darin einen erheblichen Interessenkonflikt. Statt unabhängiger Prüfungen verließen sich die Behörden auf Selbsteinschätzungen der Hersteller, die Gefahren teilweise verharmlosten oder auf spekulative Zukunftsszenarien verlagerten.
Die Enthüllungen werfen auch ein neues Licht auf den unlängst öffentlich ausgetragenen Streit zwischen dem Pentagon und Anthropic. OpenAI, Google und xAI unterzeichneten Folgeverträge für den Einsatz in klassifizierten Netzwerken. Anthropic weigerte sich, seine Technologie ohne vertraglich fixierte Verbote für Inlandsüberwachung und autonome Waffensysteme bereitzustellen. Das Pentagon stufte Anthropic daraufhin zeitweise als Lieferketten-Risiko ein.
Konkurrent OpenAI stieg im Gegenzug tief in die militärische Infrastruktur ein: Aktualisierte Vertragsunterlagen vom Februar zeigen, dass OpenAI-Beschäftigte direkt in militärische Kommandostrukturen eingebettet werden, um den Einsatz der KI vor Ort zu unterstützen. Obwohl der ChatGPT-Betreiber betont, dass vertragliche rote Linien gewahrt blieben, bezweifeln Beobachter deren Wirksamkeit im Realbetrieb.
Wie tief die Technologie schon in militärische Operationen integriert ist, zeigten jüngst Einsätze im Nahost-Konflikt. Dabei wurden KI-Systeme zur Zielidentifizierung verwendet. Der Leak macht deutlich, wie eng zivile Spitzenforschung und militärische Aufrüstung inzwischen miteinander verflochten sind. Die KI-Branche hat sich damit größtenteils weit von ihrem Versprechen entfernt, die Technik ausschließlich zum Wohl der Menschheit einzusetzen.
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