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Smart-City-Ranking: Warum Stuttgart Deutschlands digitalste Stadt ist
Der Digitalverband Bitkom hat die Digitalisierung in 83 deutschen Großstädten unter die Lupe genommen. Stuttgart liegt nun auf Platz eins - und hat damit nach Jahren München und Hamburg von der Spitze verdrängt.
Damit hätte Sandra Baumholz nicht gerechnet. "Ich habe es vor einer Minute erfahren. Ich kann es gar nicht glauben, dass wir Platz 1 sind", sagt die Leiterin der Stabsstelle "Strategische Planung, digitale Transformation und Innovation" der Stadt Stuttgart.
Sie kämpft dabei mit Tränen. In keinem städtischen Bereich ist der Druck so hoch wie bei der Digitalisierung. Auch in Stuttgart kämpfen sie mit veralteten Systemen und Fachkräftemangel. Die Folge: oft lange Schlangen vor den Ämtern.
Lange schienen vor allem die deutschen Millionenstädte vorbildlich - zumindest nach dem Branchenverband Bitkom. Der fertigt einmal im Jahr seinen Smart City Index an, vergleicht 83 deutsche Großstädte in verschiedenen Digitalisierungs-Kategorien wie Verwaltung, Mobilität, Bildung oder Gesellschaft.
In den vergangenen drei Jahren war es immer dasselbe: München Erster, Hamburg Zweiter. "Lange hieß es, die beiden Städte spielen ihre eigene Liga, was Digitalisierung angeht", sagt Sven Wagner, Bereichsleiter Smart City bei Bitkom. "Aber Stuttgart hat bewiesen, man kann sich durch konsequentes Digitalisieren auch an die Spitze heben."
Zu wenig Personal, zu viele Aufgaben und zu komplizierte Regeln: Der Öffentliche Dienst ächzt unter der Last seiner Aufgaben.
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Ein Beispiel: Die Verwaltung wird zunehmend digitaler. Ausgewählte Behördengänge können inzwischen auch per Videotermin erledigt werden - etwa die Anmeldung eines Gewerbes.
"Die Kunden sind entspannter, weil sie sich direkt von zu Hause verbinden können", erzählt Amtsmitarbeiterin Marzena Dolata-Kosiol, die mit Headset und Webcam direkt an ihrem Schreibtisch mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt kommt. "Sie brauchen nicht in ein Auto einzusteigen, stehen also auch nicht im Stau oder warten dann noch in der Schlange auf dem Amt." Nach einer Pilotphase ist das digitale Angebot seit Anfang 2026 dauerhaft im Einsatz.
Stabstellenleiterin Sandra Baumholz sieht das ähnlich: "Also ich denke, es ist eine Win-win-Situation für beide Seiten." Denn durch neue Techniken, zum Beispiel auch KI-Chatbots, die gerade in ausgewählten Bereichen für den Erstkontakt mit Bürgern ausprobiert werden, könne auch das ohnehin knappe Personal entlastet werden.
Doch nicht nur die Verwaltung profitiert: Stuttgart misst die Wasserqualität in Seen mittlerweile über digital vernetzte Sensoren. Digitale Wegweiser leiten die Menschen durch die Fußgängerzone und können auch tagesaktuelle Veranstaltungen anzeigen. Ein "digitaler Zwilling" der Stadt bündelt Daten aus zahlreichen Ämtern und kann damit etwa Verkehrsentwicklungen in Echtzeit abbilden und verschiedene Szenarien simulieren.