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Frühstartrente: Bund plant monatlich zehn Euro fürs Kinderdepot
von Carsten Knobloch
9. Sep. 2026 |
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Der seit Anbeginn aller Zeiten vorhandene Blick über den Technik-Tellerrand für alle Eltern unter euch: Die Bundesregierung will den Nachwuchs künftig deutlich früher an Aktien und die private Altersvorsorge heranführen. Dafür liegt nun ein Gesetzentwurf für eine sogenannte Frühstartrente auf dem Tisch. Geplant ist, dass der Staat für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren monatlich zehn Euro springen lässt.
Losgehen soll das Ganze mit dem Geburtsjahrgang 2020, also den Kids, die 2026 ihren sechsten Geburtstag feiern. Wer ältere Kinder hat, kann zwar ebenfalls ein Depot eröffnen, geht bei der staatlichen Förderung allerdings leer aus. Ab 2027 rückt dann Jahr für Jahr der jeweils neue Schwung der Sechsjährigen nach. Billig ist das für den Bund freilich nicht: 2027 rechnet man mit Kosten von 198 Millionen Euro, bis 2030 soll der Betrag auf 411 Millionen Euro im Jahr klettern. Aber hey, irgendwo wird man das Geld schon den Leuten aus den Taschen ziehen.
In der Praxis sieht das Modell so aus: Eltern schließen bei einem Anbieter digital und ohne Beratungspflicht ein Altersvorsorgedepot ab, auf das monatlich die zehn Euro vom Staat wandern. Wer mag, kann aus eigener Tasche noch ordentlich nachlegen, denn bis zu 6.840 Euro private Zuzahlung sind pro Jahr erlaubt. Sobald der Nachwuchs volljährig wird, geht das Ganze nahtlos in die normale geförderte Altersvorsorge über.
Und was passiert, wenn Eltern sich schlicht gar nicht darum kümmern? Dafür baut der Bund ab Anfang 2028 ein eigenes Sondervermögen auf. Die zehn Euro pro Monat fließen dann automatisch in eine kollektive Anlage am Kapitalmarkt. Diesen Anspruch kann man später jederzeit in ein eigenes Depot mitnehmen.
Steuern fallen auf die Erträge bis zum Rentenalter keine an, allerdings braucht man einen langen Atem: Das angesparte Geld gibt es grundsätzlich erst ab dem 65. Lebensjahr. Neben dem reinen Sparen will die Politik damit auch frühzeitig Berührungsängste mit der Börse abbauen, weshalb Anbieter die Zahlen und Renditen verständlich und transparent aufbereiten müssen. Was haltet ihr von dem Vorhaben? Sinnvoller Einstieg oder eher ein Tropfen auf den heißen Stein?
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