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Nichtinvasive Datenerfassung: Apple kauft Körpersensor-Start-up
Per Messung des Körpermagnetfelds wollte die junge Firma Sonera mehr und genauere Gesundheitsdaten am Menschen erfassen. Nun ist das Start-up Teil von Apple.
Logo von Sonera: 2023 Investments in Höhe von 20 Millionen US-Dollar eingesammelt.
Apple hat ein interessantes kleines Unternehmen aufgekauft, das künftig neue Sensoren in Apple Watch und Co. ermöglichen könnte. Wobei „klein“ bei dem Start-up namens Sonera relativ ist: Schon bis 2023 hatte die Firma, die von Forschern gegründet wurde, über 20 Millionen US-Dollar an Investmentmitteln eingeworben. Wie nun der offiziellen Digital-Markets-Act-Website der Europäischen Union zu entnehmen ist, auf der sogenannte Gatekeeper, zu denen auch Apple gehört, ihre Aufkäufe listen müssen, wurde der Kauf zum 8. Mai gemeldet.
Laut der EU-Liste hat Apple sich über ein Tochterunternehmen „bestimmte Assets“ der Sonera Inc. einverleibt sowie mehreren Mitarbeitern Jobs angeboten beziehungsweise diese bereits eingestellt. Es scheint sich also um einen sogenannten Acqui-Hire zu handeln, bei dem es dem Käufer vor allem um die Mitarbeiter und ihr Know-how geht. Sonera entwickelte laut EU Chip-basierte Magnetsensoren.
Diese sollen insbesondere für das Erkennen von Körperdaten verwendet werden, wie Sonera, dessen Website mittlerweile offline ist, öffentlich mitgeteilt hatte. Wie viel Geld Apple für das Start-up in die Hand genommen hat, ist unbekannt, solche Angaben fehlen auf der DMA-Website. Ob der Betrag über dem Investmentwert besagter 20 Millionen Dollar lag oder darunter, ist daher unklar.
Sonera war zunächst im Stealth-Mode gestartet und 2023 dann an die Öffentlichkeit getreten. Eine Podcast-Reihe sowie andere Inhalte der Firma zu ihren Planungen sind aktuell noch auf YouTube zu finden. Dort bezeichnet sich die Firma als „Sonera Neuroscience“, stellt also auf Hirnwissenschaften ab. Tatsächlich war der Plan des Unternehmens, die Gehirnaktivität ähnlich leicht messbar zu machen wie Herzfrequenz, Körpertemperatur oder andere physiologische Signale.
Die Technik wäre dann in einer „neuen Klasse von Endkunden-Wearables“ gelandet, so zumindest der Plan. Dabei sollten Geräte etwa durch Muskelaktivitäten gesteuert werden können, die die Magnetsensoren erfassen. Die Chips sollten letztlich fast eine Art Brain-Computer-Interface (BCI) werden, das sogar Prothesen hätte steuern können. Die Erfassung des Körpermagnetfelds sollte dazu herkömmliche Elektroden ersetzen. Auch die Gewinnung neuer Biomarker oder der Einsatz zur sportlichen Leistungssteigerung waren geplant. Was Apple mit Sonera nun vorhat, wird sich zeigen. Die Technik könnte eines Tages in Apples Computeruhr landen – der Apple Watch fehlen seit Längerem neue interessante Sensoren.
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