// TAGESSCHAU INLAND — CRONACA
Finanzministerium will Krypto-Gewinne künftig besteuern
Gewinne aus Kryptogeschäften werden bislang anders besteuert als reguläre Finanzprodukte. Dies möchte das Finanzministerium ändern. Ein Referentenentwurf, der dem ARD-Hauptstadtstudio, plant eine Änderung ab 2027.
Wer mit Kryptowerten, wie etwa Bitcoin, handelt und Gewinne erzielt, soll darauf künftig 25 Prozent Steuern zahlen, also genauso viel wie für den Handel mit Aktien oder anderen Wertpapieren. Das steht in einem Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorlegt.
Bislang werden Kryptowerte nur dann versteuert, wenn die Werte innerhalb von zwölf Monaten nach dem Kauf wieder verkauft werden. Dann gilt der persönliche Steuertarif, der ist je nach Einkommen gestaffelt und liegt bei maximal 45 Prozent. Nach den zwölf Monaten allerdings sind die Verkäufe steuerfrei. Laut Bundesfinanzministerium ist das nicht gerecht.
Bundesfinanzminister Klingbeil plant für kommendes Jahr mit höheren Ausgaben - und auch neuen Schulden.
mehr
In einem Gesetzentwurf des Finanzministeriums heißt es, Kryptowerte würden zunehmend als private Kapitalanlage genutzt. Die derzeit geltende Ausnahme sei nicht mehr vertretbar.
Die Regelung soll deshalb jetzt geändert werden, und zwar unabhängig von der Haltedauer. Für Kryptowinne gilt dann - wie für alle anderen Kapitalerträge - aber auch der sogenannte Sparer-Pausch-Betrag. Das heißt, besteuert wird erst bei Kapitalerträgen von mehr als 1.000 Euro.
Finanzminister Lars Klingbeil plant, die neue Regelung ab dem 1. Januar nächsten Jahres einzuführen. Alle davor gekauften Kryptowerte sollen weiter der alten Regelung unterliegen.
Das Finanzministerium erhofft sich zusätzliche Steuereinnahmen - ab 2029 ein Plus von mehr als 300 Millionen Euro pro Jahr. Der Gesetzentwurf muss noch im Kabinett abgestimmt werden und dann eine Mehrheit im Bundestag und Bundesrat erhalten.
Dieses Thema im Programm: BR24 Radio | Nachrichten | 10.09.2026 | 14:03 Uhr