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Jimmy Kimmel klagt über Druck von Trump-treuer US-Medienaufsicht
Ein Interview von US-Moderator Jimmy Kimmel, 58, mit dem demokratischen Senatskandidaten James Talarico aus Texas wird nicht im Fernsehen, sondern nur auf YouTube zu sehen sein. Das gab Kimmel jetzt bekannt und nannte als Grund angebliche Drohungen der US-Medienaufsicht Federal Communications Commission (FCC) gegen seinen Sender ABC.
Das Gespräch werde aufgrund »ungewöhnlicher Umstände« nicht im TV ausgestrahlt, sagte Late-Night-Host während seines Eröffnungsmonologs am Mittwoch . Anschließend beklagte Kimmel einen angeblich zunehmenden Druck der FCC unter ihrem von US-Präsident Donald Trump eingesetzten Chef Brendan Carr. Diese habe »unsere Sendung bedroht, unser Netzwerk ABC, unsere Partner, unsere lokalen Sender«. Vor allem aus Rücksicht auf jene in Texas, »die sich mit diesem Unsinn auseinandersetzen müssten«, werde das geplante Interview mit Talarico nicht im Fernsehen ausgestrahlt.
Talarico tritt in Texas gegen den Republikaner Ken Paxton an – ein Rennen, das bei den Midtermwahlen im November über die Kontrolle des US-Senats entscheiden könnte.
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Die FCC hatte im Januar strengere Regeln für Interviews mit Politikern in Talkshows angekündigt. Late-Night-Shows sollten demnach verpflichtet werden, auch Kandidaten der politischen Gegenseite vergleichbare Sendezeit einzuräumen. Rund einen Monat später warf der damalige CBS-Talkmaster Stephen Colbert seinem Sender vor, in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der FCC die TV-Ausstrahlung eines Interviews mit einem demokratischen Politiker zu verhindern – interessanterweise handelte es sich auch damals um Talarico. Wie nun Kimmel entschied sich seinerzeit schon Colbert für eine Veröffentlichung des Gesprächs auf YouTube.
Die FCC reagierte auf AP- und Reuters-Anfragen zunächst nicht. Anna Gomez, das einzige demokratische Mitglied der Behörde, erklärte jedoch in einer Stellungnahme in sozialen Medien, Kimmels Entscheidung, das Interview nicht auszustrahlen, zeige, »wie weit die Zensur- und Kontrollkampagne dieser Regierung bereits fortgeschritten ist«.
Gomez verurteilte die jüngste »Einschüchterung« durch ihre Behörde und fügte hinzu, sie hoffe, dass »die Gerichte bald klarstellen werden, dass die FCC kein Recht hat, redaktionelle Entscheidungen oder das, was die Zuschauer sehen dürfen, vorzuschreiben.«
Die FCC hatte bereits im April angeordnet, die Lizenzen des Senders ABC zu prüfen – mehrere Jahre vor dem ursprünglichen Termin. Einen Tag vor der Anordnung hatte Trump öffentlich die Entlassung Jimmy Kimmels gefordert.