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Elektromobilität: Baut Deutschland die falschen Ladesäulen?
Der Erfolg der E-Mobilität hängt nicht nur von den Fahrzeugen, sondern auch von der Ladeinfrastruktur ab. Je mehr Ladesäulen, desto besser - das war lange die Devise. Doch stimmt das noch?
Die Nachfrage nach Elektroautos nimmt in Deutschland deutlich zu. Das zeigt sich nicht nur im Gebrauchtwagenhandel, sondern zunehmend auch bei den Neuzulassungen. Im Juli 2026 machten nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes Verbrenner nur noch 30,7 Prozent aller neu zugelassenen Pkw aus. 29,3 Prozent waren dagegen reine Elektroautos.
Rechnet man Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge hinzu, lag der Anteil der Neuwagen mit Elektroantrieb sogar bei 40,7 Prozent. Das bedeutet: Elektrofahrzeuge gewinnen an Marktanteil, während klassische Benzin- und Dieselantriebe an Bedeutung verlieren.
E-Autos sind zwischen 2020 und 2025 um rund 18 Prozent günstiger geworden.
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Viele Jahre galten fehlende Ladesäulen als Hemmschuh. Bund, Länder und Kommunen wollen deshalb das Ladenetz weiter ausbauen. Doch Experten warnen, dass die derzeitigen Ladesäulen-Ausbau-Planungen zu wenig den technologischen Wandel bei Fahrzeugen und der Ladesäuleninfrastruktur berücksichtigen.
So sei es gar nicht unbedingt nötig, bis 2030 bundesweit eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte zu bauen. Das sehen die sogenannten Masterpläne Ladeinfrastruktur der vergangenen und jetzigen Bundesregierung vor. Das Ladenetz müsse aber nicht zwangsläufig proportional mit der steigenden Zahl elektrischer Fahrzeuge wachsen, so Experten. Entscheidend ist vielmehr, welche Ladeleistung an welchen Standorten tatsächlich benötigt wird.
Besonders deutlich wird dieser Wandel beim Blick auf die Auslastung der Ladepunkte. An innerstädtischen Ladesäulen, die eher langsam mit Wechselstrom laden - sogenannte AC-Ladepunkte - , wird im Durchschnitt lediglich rund 0,6 Mal pro Tag geladen. Dagegen kommen Schnellladepunkte, auch DC- und HPC-Ladepunkte genannt, auf mehr als 2,5 Ladevorgänge täglich. HPC steht für "High Power Charging" und bezeichnet besonders leistungsfähige Gleichstrom-Ladesysteme.
Diese Unterschiede lassen sich mit den jeweiligen Einsatzprofilen erklären. AC-Laden eignet sich vor allem dann, wenn das Fahrzeug über längere Zeit abgestellt ist - beispielsweise über Nacht, während der Arbeitszeit oder beim längeren Parken. Schnelllader erfüllen dagegen eine andere Funktion: Sie ermöglichen es, während eines kurzen Aufenthalts vergleichsweise große Energiemengen nachzuladen.
Am Kamener Kreuz hat einer der größten Schnellladeparks Europas eröffnet.
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Damit verändert sich auch die Frage, wo Ladeinfrastruktur benötigt wird. Ein flächendeckender Ausbau nach einem festen Verhältnis von Fahrzeugen zu Ladepunkten berücksichtigt nur unzureichend, wie Fahrzeuge tatsächlich genutzt werden.