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Kojimas Physint reißt eine Lücke, die PlayStation unmöglich schließen kann
Nach dem Physint-Aus bei Sony übernimmt Microsoft Kojimas Projekt – ein schwerer Verlust für die PlayStation-Identität
Es ist lange her, dass man Sony zu einer strategischen Entscheidung gratulieren wollte. Erst das elende Live-Service-Hin-und-her bei dem ausgerechnet The Last of Us weniger als gar keine Chance bekam. Dann die Preissteigerung und die Kündigungswelle mit der anschließenden Erfolgsmeldung, dass die PS5 die bisher profitabelste Generation der PlayStation-Familie sei. Im Frühling 26 wurde die Konsole schließlich noch einmal deutlich teurer, bevor man das Aus für physische Videospiele ab 2028 ausrief. Das Unternehmen gab die letzte Zeit wirklich kein gutes Bild ab und jetzt lässt man plötzlich den berühmtesten Spieledesigner der Welt und Physint fallen – den spirituellen Nachfolger einer legendären Serie. Ungünstig.
Physint wurde als geistiger Nachfolger der Metal-Gear-Reihe von Kojima Productions angekündigt. Es kombiniert interaktives Gaming mit cinematic Elementen der Filmindustrie und gilt als eines der ambitioniertesten Stealth-Spionage-Projekte der Neuzeit.
Sicher, um Hideo Kojima muss man sich keine Sorgen machen. Er ist ein Stehaufmännchen, das aufgrund seines unnachahmlichen Stils regelmäßig Hollywood-Prominenz für seine Projekte begeistert und als Stammgast im Feuilleton Augen, die Videospiele sonst in der Regel nicht fixieren, auf seine Projekte zieht. Das Timing der Einstellung Mitte Juni dürfte ihm sogar geholfen haben, das deutlich weniger konventionell zugkräftige OD vor der simultanen Einstellung bei Xbox zu retten. MS wird sich das Prestige eines “neuen”, möglicherweise starbesetzten “Metal Gear” bestimmt einiges kosten lassen und es entsprechend präsentieren. Die Frage ist eher: Müssen wir uns langsam um Sony Sorgen machen?
All das natürlich unter dem Vorbehalt, dass die aktuelle Krise alle Plattformhalter gerade mächtig durchschüttelt und sich auch Microsoft alles andere als mit Ruhm bekleckert – sowohl mit Blick auf seine Spielesparte als auch auf die Dinge, die sonst noch in der Welt mithilfe seiner Dienste angerichtet werden. Außerdem ist es durchaus im Bereich des möglichen, dass Kojimas Pitch die Verantwortlichen bei PlayStation schlicht nicht überzeugt hat. Dennoch frage ich mich schon: War Sony nicht die Marke, zu der man fand, wenn man nicht nur die besten Blockbuster im Business, sondern auch schräge und autorengetriebene Erlebnisse suchte?
PlayStation war immer auch ein Lifestyle-Begriff, ein Ort, der Gaming-Kultur in seiner Gesamtheit abbildete und förderte, mit all ihren künstlerischen Auswüchsen. Das war für mich stets Teil der Identität dieser Konsole und der bricht irgendwann weg, wenn man ausgerechnet einen der Antreiber einer Strömung abwürgt, die ihre Spiele mit dem Kunstgedanken nach vorn designt.
Hideo Kojima erlangte Weltruhm mit der Metal-Gear-Reihe bei Konami. Nach der Trennung gründete er 2015 das unabhängige Studio Kojima Productions und feierte mit Death Stranding große Erfolge in Zusammenarbeit mit Hollywood-Größen.
Natürlich, es gibt immer noch einige interessante, aufregende Spiele im kommenden Portfolio, auch solche, die den Geldgeber nicht 150 Millionen Dollar in der Herstellung kosten. Aber zuletzt stützte man sich gefühlt hauptsächlich auf Bewährtes: Lange etablierte Marken, Superheldenlizenzen und vor allem Open-World-Abläufe, die schon mal etwas uniform wirken können. Ein Stealth-Spionage-Spiel, das den Geist von Metal Gear Solid wiederaufleben lässt, wäre ein Unikat gewesen. Ein Hochglanz-Blickfang ohne spielerische Konkurrenz, mitten auf einer exponierten Brücke nach Hollywood. In dieser singulären Tonalität kann keines von Sonys Studio so etwas liefern. Dieses Spiel wird mit Sicherheit Geschmackssache – aber auch ein kulturelles Aushängeschild, das jede Bibliothek um sich herum aufwertet.
Und dann ist da noch der Umstand, dass Sonys beachtliche In-House-Studios ihre Spiele auch nicht deutlich günstiger zur Blüte bringen. Deshalb ist es mir unbegreifli