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Rüstungsgüter für "Abschiebeoffensive": Empörung über Siegmund-Aussage
Nach seinem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt hat AfD-Spitzenkandidat Siegmund davon gesprochen, Rüstungsgüter im Zusammenhang mit Abschiebungen zu nutzen. Seine Aussagen lösten bundesweit entsetzte Reaktionen aus.
Sollen Rüstungsgüter bei der von der AfD geplanten "Abschiebeoffensive" eingesetzt werden? Mit entsprechenden Äußerungen hat AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wenige Tage nach dem Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für Empörung gesorgt.
Nach der konstituierenden Fraktionssitzung der AfD im Magdeburger Landtag hatte Siegmund gestern auf die Frage eines Journalisten nach der geplanten Ansiedlung eines israelischen Rüstungskonzerns geantwortet: "Wir verteufeln nicht pauschal Produktion von Rüstungsgütern, weil wir bei (der) späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen. Natürlich auch im Sinne der inneren Sicherheit, der eigenen Stabilität und auch der Landesverteidigung."
Der SPD-Parlamentsgeschäftsführer im Bundestag, Dirk Wiese, sagte, Siegmund wolle "seine Deportationspläne unter zu Hilfenahme von Kriegswaffen durchsetzen". Damit habe er "jede rote Linie überschritten".
"So wie die Nazis damals kündigen auch diese Feinde der Demokratie an, was sie tun werden", erklärte der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Sören Pellmann. "Niemand soll später sagen 'Ich habe es nicht gewusst'."
Grünen-Bundeschef Felix Banaszak bezeichnete Siegmunds Aussagen als "verstörend". Sie offenbarten, "wie sehr die AfD bereit ist, über alle rechtsstaatlichen Grenzen hinwegzugehen, um ihre Ziele durchzusetzen", sagte er dem Portal t-online.
Laut Parlamentsgeschäftsführerin der Grünen, Irene Mihalic, machen Siegmunds Aussagen "überdeutlich, dass die AfD ihre Agenda auch am Rechtsstaat vorbei und mit Waffengewalt gegen Menschen durchsetzen möchte, die nicht in ihr völkisches Weltbild passen".
Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt regieren. Was hieße das für den Verfassungsschutz und den Informationsaustausch?
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Auch das BSW, das sich nach bisherigem Bekunden eine Zusammenarbeit mit der AfD projekt- und themenbezogen vorstellen könnte, äußerte sich kritisch. Die AfD unterstütze Hochrüstung und "rechtfertigt die Ansiedlung des israelischen Rüstungskonzerns Elbit mit dem Einsatz von Rüstungstechnik für 'Remigration'", schrieb der Co-Bundesvorsitzende Fabio De Masi. "Das zeigt: Die wollen gar nicht regieren und suchen verzweifelt einen Ausweg durch Provokation."
"Abschiebungen sind keine militärische Aufgabe", sagte auch die stellvertretende BSW-Landtagsfraktionschefin Claudia Wittig der Nachrichtenagentur dpa. Militärische Rüstungsgüter könnten dabei nicht eingesetzt werden. "Da hat Ulrich Siegmund offenbar nicht zu Ende gedacht." Die Aussage wirke eher wie Provokation und zeuge womöglich von unzureichender Kenntnis der Rechtslage.