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Level-5 verteidigt KI-Einsatz: CEO Hino reagiert auf massive Fan-Kritik
Beim Showcase nutzte das Entwicklerstudio generative Tools. Nun erklärt die Führungsebene, warum man daran festhält und die Zyklen verkürzen will.
Der Level-5-Showcase in dieser Woche brachte unter anderem die Ankündigung eines Remakes des ersten Professor-Layton-Spiels und eine erneute Verschiebung von Decapolice, aber auch Kritik am Einsatz von KI.
In der Show präsentierte das Entwicklerstudio Einblicke in kommende Spiele, doch bei vielen Szenen vermuteten Fans sofort den Einsatz generativer KI.
Im Nachgang hat sich Level-5-Präsident und -CEO Akihiro Hino nun dafür entschuldigt, liefert zugleich eine Erklärung ab und bestätigt den Einsatz von KI. Das Studio "experimentiere mit modernster Technologie", gleichzeitig entschuldigt er sich "aufrichtig bei allen, die das als abschreckend empfanden".
Das japanische Studio Level-5 ist weltberühmt für seine liebevoll gezeichneten Spiele und aufwendigen Anime-Kooperationen wie Ni no Kuni. Gerade wegen dieses starken Fokus auf klassische, handgemachte Kunstformen reagiert die treue Fangemeinde auf den KI-Einsatz besonders sensibel.
"Bitte seid jedoch versichert, dass alle Elemente, die den Reiz und die Individualität unserer Spiele ausmachen – wie etwa das Szenario, die Charakterdesigns und die grundlegenden Settings –, vollständig von Menschenhand erschaffen werden", erklärt Hino. "Wir nutzen KI in erster Linie, um handgemachte Assets effizienter zu digitalisieren. So wandeln wir beispielsweise Original-Artworks präzise in 3D-Polygon-Modelle um. Ihr könnt euch sicher sein, dass unsere veröffentlichten Spiele keine Inhalte bieten, die einfach nur von einer KI generiert wurden."
"Die durch KI gewonnene Zeit ermöglicht es unseren Entwicklern, sich noch intensiver auf die wahre Essenz der Kreativität zu konzentrieren", fährt er fort. "Dennoch können wir nicht leugnen, dass wir dieses Mal ausgiebig Gebrauch von KI gemacht haben. Uns trieb der Wunsch an, eine optisch beeindruckende und leicht verständliche Präsentation abzuliefern. Wir begreifen diese Erfahrung als wichtige Lektion für die Zukunft. Bitte freut euch also auf die nächste Präsentation von Level-5."
Ein Grund für den KI-Einsatz ist laut Hino auch, dass man dadurch "die Entwicklungszyklen für große Titel von aktuell fünf Jahren auf zwei Jahre verkürzen" möchte.
In der Community kommt das dennoch nicht gut an. In einer beliebten Reaktion heißt es etwa: "Tech-Konzerne trainieren generative KI mit den gestohlenen Werken zahlloser Künstler. Sie wollen aus deren Arbeit Profit schlagen und die Künstler letztlich ersetzen. Indem ihr das nutzt, ersetzt auch ihr echte Künstler. Ihr profitiert von den Fähigkeiten jener Menschen, deren Arbeit gestohlen wurde, um diese Software überhaupt erst anzutreiben."
"Ich glaube, dass menschliches Herzblut wichtiger ist als eine schnelle Veröffentlichung", schreibt ein anderer User. "Es ist doch sicherlich besser, sich fünf Jahre Zeit zu nehmen und dafür komplett auf KI zu verzichten. Wenn auch nur ein einziges Asset per KI erstellt wird, verschwindet diese quälende Sorge nie wieder: 'Stammt dieses Bild, dieses Musikstück oder diese Dialogzeile nun von einer KI oder von einem Menschen?' Ist es nicht das Wichtigste, dieses Vertrauen zu bewahren?"