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Podiumsdiskussion: Wenn ChatGPT die Antwort schon kennt
Wie verändert künstliche Intelligenz unser Denken? Der heise Verlag lädt zu einer kostenlosen Podiumsdiskussion am 23. September an 18:00 ein.
87 Prozent der Studierenden in Deutschland nutzen künstliche Intelligenz regelmäßig, 44 Prozent sogar täglich. Aber nur 29 Prozent überprüfen die Ergebnisse grundsätzlich, weitere 22 Prozent selten oder nie. Das zeigt die EY-Studierendenstudie 2026, für die im März mehr als 2.000 Studentinnen und Studenten befragt wurden. Was so eine wachsende Selbstverständlichkeit im Umgang mit KI für die menschliche Urteilskraft bedeutet, verhandelt eine Podiumsdiskussion am 23. September im heise-Headquarter in Hannover.
Denn die Politiktheoretikerin Hannah Arendt hätte diese Frage interessiert. Für sie war Denken ein innerer Dialog – der Prozess, in dem ein Mensch mit sich selbst spricht, zweifelt, prüft. Nur wer denke, so ihre Überzeugung, könne auch verantwortlich handeln. Wer aufhöre zu denken, laufe Gefahr, jede Handlung zu vollziehen, die von außen an ihn herangetragen werde. Diese These formulierte Arendt in Auseinandersetzung mit dem Prozess gegen Adolf Eichmann. Sie klingt heute anders, aber nicht weniger unbequem, wenn die Instanz, die einem das Denken abnimmt, kein totalitäres System ist, sondern ein Sprachmodell.
Auf dem Podium sitzen drei, die den Konflikt aus unterschiedlichen Richtungen kennen. Judith Simon, Professorin an der Universität Hamburg und bis 2026 stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, forscht zu den ethischen Folgen digitaler Technologien. Marius Lindauer lehrt maschinelles Lernen an der Leibniz Universität Hannover und arbeitet am KI-Forschungszentrum L3S – er baut also die Systeme, um die es geht. Volker Zota, Chefredakteur von heise online sowie der Magazine c’t, Mac & i und c’t Fotografie, bringt die Perspektive eines Fachjournalisten ein, der KI täglich testet und einordnet. Es moderiert Milena Neumes. Mehr zu den Teilnehmern finden Sie hier.
Der Titel der Veranstaltung – „Chance oder Risiko: Wie verändert künstliche Intelligenz unser Denken?“ – lässt die Richtung offen. Zur Debatte steht auch, wie sich KI nutzen lässt, ohne die eigene Selbstwirksamkeit zu verlieren.
Die Diskussion ist Teil der 29. HANNAH ARENDT TAGE, die vom 22. bis 26. September 2026 unter dem Motto „stop and think“ stattfinden. Anlass ist der 120. Geburtstag der in Hannover-Linden geborenen Denkerin. Los geht es am 23. September um 18 Uhr im Medienhaus heise, Karl-Wiechert-Allee 10. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.
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