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Blut zeigt Risiko für Herz-, Nieren- & Stoffwechselkrankheiten schon bei Kindern
Frühe Warnsignale im Blut: Bei Kindern ab acht Jahren spiegeln bestimmte Proteinmuster bereits Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen wider. Ähnliche Signaturen sind bei Erwachsenen mit späteren Erkrankungen verbunden. Weil viele beteiligte Proteine bei erwachsenen Semaglutid-Patienten veränderlich waren, könnten solche Signaturen künftig eine gezieltere Vorsorge ermöglichen.
Nashville (U.S.A.). Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen entwickeln sich meist über Jahrzehnte, doch bei Kindern zeigen klassische Risikowerte nur einen Teil der späteren Gefährdung. Molekulare Veränderungen im Blut könnten deshalb verraten, wer schon früh einen ungünstigen Stoffwechselzustand entwickelt, lange bevor typische Folgeerkrankungen auftreten.
Ein solcher Ansatz wäre besonders wichtig, weil Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Insulinresistenz schon im Jugendalter die Weichen für spätere Erkrankungen stellen können. Bisher fehlen jedoch Marker, die diese verschiedenen Belastungen gemeinsam abbilden und sich zugleich mit Erkrankungen im Erwachsenenalter verbinden lassen.
Ein Team um Prof. Kari E. North von The University of Texas Health Science Center at Houston (UTHealth Houston) hat deshalb Blutproteine von 273 Kindern und Jugendlichen aus Cameron County an der US-mexikanischen Grenze untersucht. Die Teilnehmer waren im Mittel 13,1 Jahre alt, und das Team verknüpfte 25 Merkmale aus sechs Bereichen, darunter Körperfett, Leber, Blutgefäße und Zuckerstoffwechsel, mit 5.420 gemessenen Proteinen.
Dabei waren 1.064 Proteine mit mindestens einem dieser Merkmale verbunden, aus deren gemeinsamen Mustern die Forscher sechs kompakte Proteinsignaturen bildeten. Sie sollen nicht einzelne Krankheiten diagnostizieren, sondern verschiedene Facetten des Herz-Kreislauf-Nieren-Stoffwechsel-Risikos zusammenfassen.
„Zu verstehen, wie sich Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen über den gesamten Lebensverlauf entwickeln, ist entscheidend. Im Blut zirkulierende Proteine können als Marker für beginnende krankhafte Prozesse im ganzen Körper dienen. Diese frühen Marker können helfen, Menschen mit höherem Risiko zu erkennen, um sie engmaschiger zu überwachen und möglicherweise früher einzugreifen“, sagt Heather M. Highland von UTHealth Houston.
Entscheidend war der Vergleich über die Altersgrenze hinweg: Bei 685 Erwachsenen aus derselben Region fanden die Forscher ähnliche Beziehungen zwischen Stoffwechselmerkmalen und Proteinen. Zusätzlich übertrugen sie die kindlichen Proteinsignaturen auf 28.256 Erwachsene der UK Biobank und prüften, ob sie mit später auftretenden Erkrankungen zusammenhingen.
Besonders Signaturen für entzündlich geprägtes Übergewicht, Leberfett und Leberfibrose sowie Insulinresistenz waren bei Erwachsenen mit einem höheren Risiko für mehrere spätere Erkrankungen verbunden. Dazu zählten unter anderem Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafapnoe und Fettleber. Die Studie zeigt damit einen Zusammenhang über verschiedene Lebensphasen hinweg, beweist aber nicht, dass die Proteinmuster selbst die Erkrankungen verursachen.
„Die Kindheit ist nicht einfach nur eine Vorstufe der Gesundheit im Erwachsenenalter. In ihr spielt sich bereits die Biologie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen des Erwachsenenalters ab“, sagt Kari E. North.
Die Forscher verglichen außerdem 1.032 der bei Kindern auffälligen Proteine mit Daten aus einer früheren Semaglutid-Studie an Erwachsenen. Viele dieser Proteine veränderten sich nach 68 Wochen Behandlung. Zusätzlich fanden genetische Analysen bei einem Teil der Proteine Verbindungen zu späteren Herz-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen.