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Fujitsu Monaka: 144-Kern-Prozessoren aus Japan kommen im November
Fujitsu kündigt die Verfügbarkeit der neuen CPU-Generation Monaka mit 144 Kernen für November 2026 an. Dann sollen die Chips separat für Rechenzentren angeboten sowie zusätzlich als Komplettlösung in Form der Monaka-Server vertrieben werden. Geworben wird mit „Weltklasse-KI-Inferenzleistung“.
Die Entwicklung der Monaka-CPU bei Fujitsu reicht schon einige Jahre zurück und ist Teil eines Programms der japanischen New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO), die damit den Energiebedarf der örtlichen Rechenzentren bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 Prozent senken will. Monaka tritt in die Fußstapfen des Fujitsu A64FX, der den japanischen Supercomputer Fugaku befeuert, der sich mittlerweile seit über 6 Jahren in den Top10 der schnellsten Supercomputer hält.
Schon länger ist bekannt, dass der Fujitsu Monaka über 144 CPU-Kerne auf Basis der Arm-v9-Architektur besitzt. Jetzt werden auch die finalen Taktfrequenzen genannt: In der Basis sollen bei Luftkühlung 2,1 GHz und bei Wasserkühlung 2,9 GHz zur Verfügung stehen. Der maximale Takt soll wiederum bei 3,8 GHz liegen.
Eine ebenfalls neue Information ist die Unterstützung von DDR5-Arbeitsspeicher der Geschwindigkeitsklasse 8.800 MT/s. Das ist mehr als die 8.000 MT/s, die bei den kommenden Plattformen von AMD und Intel unterstützt werden, allerdings können diese auch mit den noch schnelleren MRDIMMs mit 12.800 MT/s umgehen.
Bekanntlich setzt Fujitsu bei Monaka auf ein Chiplet-Design, bei dem die Kerne in einem 2-nm-Verfahren hergestellt werden, während Cache und I/O-Bereich auf eigenen Chips in 5 nm sitzen. Per 3D-Packaging werden die Dies zu einem Prozessor vereint. Die 144 Kerne werden über vier CPU-Chiplets mit je 36 Kernen realisiert. Genaue Cache-Größen liegen der Redaktion bisher nicht vor. Der I/O-Die liefert die 12-Kanal-Anbindung für den DDR5-Speicher sowie PCI Express 6.0 oder den darauf basierenden CXL 3.0.
Doch lange nicht nur für nationale Zwecke ist Fujitsu Monaka bestimmt. Wie das Unternehmen jetzt mitteilt, sollen die CPUs ab November 2026 sogar weltweit vertrieben werden. Potenzielle Abnehmer sind Betreiber von Cloud- und KI-Rechenzentren sowie Serverhersteller. Im gleichen Zeitraum will Fujitsu zudem eigene Server-Systeme (Monaka Server) mit den neuen Prozessoren anbieten, die allerdings laut Pressemitteilung auf die Märkte Japan und Europa beschränkt sind. Für die Server werden als mögliche Abnehmer erneut Betreiber von Rechenzentren, aber auch allgemein Unternehmen sowie der akademische und HPC-Sektor wie auch der Verteidigungssektor angeführt.
Mit den Monaka-Servern soll die Errichtung einer platzsparenden und effizienten KI-Infrastruktur ermöglicht werden. Ein vertikal integriertes „souveränes“ KI-Modell soll gleich mitgeliefert werden. Dabei komme die KI-Plattform Fujitsu Kozuchi sowie die generative KI Takane zum Einsatz. Gegenüber „anderen CPUs“ soll Monaka „die doppelte KI-Inferenzleistung und eine überlegene Energieeffizienz“ bieten. Unabhängige Leistungstests stehen aber noch aus.
Die Monaka-CPU wird in einer weiterentwickelten Form als „Monaka-X“ auch einen neuen Supercomputer ermöglichen, der voraussichtlich im kommenden Jahr als FugakuNext in die Fußstapfen von Fugaku treten wird. Der Vorgänger entpuppte sich als wahrer Dauerbrenner in den Weltranglisten (Top500) und zählt seit Juni 2020 zu den zehn schnellsten Systemen der Welt. Mit FugakuNext dürfte Japan im Jahr 2027 wieder an der Spitze angreifen.