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Unter Wasser mit ukrainischen Kampftauchern
Kampftaucher einer ukrainischen Spezialeinheit trainieren für Einsätze an feindlichen Küsten. Doch Drohnen haben ihre Arbeit grundlegend verändert. Ein Besuch bei einer Einheit im Süden der Ukraine.
Irgendwo im Süden der Ukraine bereiten sich Männer des 73. Maritimen Zentrums für Spezialeinsätze auf einen Tauchgang vor. Sie laden Geräte aus dem Kofferraum ihres Autos, lassen ein schwarzes Gummiboot ins Wasser, montieren den Außenbordmotor. Ihre Gesichter bleiben dabei verborgen, statt ihrer richtigen Namen verwenden sie Decknamen.
Einer von ihnen ist Leksus. Er ist 20 Jahre alt und kam vor zwei Jahren zur Einheit. Das Wasser habe ihn gereizt, erzählt er - ebenso die Herausforderung, sich selbst und die Elemente zu überwinden. Doch das Kampftauchen ist nur ein Teil seiner Arbeit. "Unsere Einheit ist in der Luft, am Boden und im Wasser im Einsatz", sagt er.
Das 73. Zentrum ist eine Einheit der ukrainischen Spezialkräfte. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem Aufklärung und Operationen und Sabotageakte hinter feindlichen Linien. Über konkrete Einsätze dürfen die Männer nur selten sprechen.
Zahlenmäßige Unterlegenheit durch intelligente Kriegsführung ausgleichen - diese Devise der ukrainischen Streitkräfte gilt auch für die Kampftaucher.
Heute trainiert die Gruppe eine Annäherung vom Wasser aus. Rund zwei Kilometer vor einem angenommenen feindlichen Ufer sollen die Männer abgesetzt werden, mit Navigationsgeräten müssen sie einen vorgegebenen Punkt erreichen, den Küstenabschnitt überprüfen und anschließend Meldung machen. Erst danach sollen weitere Kräfte anlanden.
Bevor sie sich ins Boot setzen, kontrollieren die Soldaten ihre Ausrüstung. Sie tauchen mit Kreislaufgeräten, sogenannten Rebreathern. Die ausgeatmete Luft wird darin wiederaufbereitet. Anders als bei gewöhnlichen Pressluftgeräten steigen deshalb keine verräterischen Luftblasen an die Oberfläche.
Neben dem Tauchgerät sind sie unter anderem mit Waffen und Navigationsgeräten ausgestattet; bei Einsätzen können sie auch Sprengstoff mitführen. Die größte Herausforderung sei dabei nicht unbedingt die Tiefe, sagt Leksus. Sie müssten vor allem lange Strecken zurücklegen und auch unter Belastung handlungsfähig bleiben.
Wie Leksus hat sich auch Melja bewusst für diese Arbeit entschieden. Seit 2015 ist er beim Militär, seit zwei Jahren gehört er zur Einheit. Er schwimmt seit Jahren und sagt, er fühle sich unter Wasser besonders wohl. Doch die Begeisterung hat eine andere Seite. "Wasser verzeiht keine Fehler", sagt Melja. "Kampfeinsätze sind viel schwieriger zu planen, die Vorbereitung dauert länger und sie sind deutlich gefährlicher. Denn im Wasser gibt es keinen Ort, zu dem man fliehen kann."
Reportage
14.09.2025