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Schwieriger Umstieg der Speditionen auf Elektro-Lkw
Auf der IAA Transportation in Hannover stellt die Nutzfahrzeugbranche ihre neuen Modelle vor. Der Umstieg auf Elektro-Lkw ist für Speditionen ein aufwendiger und vor allem auch teurer Schritt.
Neun Uhr morgens auf dem Betriebshof der Spedition Ludwig in Dreis-Brück in Rheinland-Pfalz. Lkw-Fahrerin Jennifer Mayer macht sich bereit für ihren nächsten Auftrag. Mit ihrem Sattelschlepper soll sie Drehverschlüsse für Flaschen zu einem großen Getränkehersteller transportieren. Mayer steigt ins Führerhaus, startet den Lkw und nichts ist zu hören: kein nagelnder Dieselmotor, kein Rütteln im Führerhaus. Sie ist elektrisch unterwegs. "Viele Kunden sprechen mich an, dass sie mich gar nicht hören, wenn ich aufs Gelände fahre", berichtet Mayer.
Den Elektro-Lkw der niederländischen Marke DAF hat die Spedition Ludwig vorerst für drei Monate geliehen. Das Unternehmen will Fahrzeuge verschiedener Marken testen, bevor das erste eigene E-Modell die bisherigen 63 Verbrenner-Lkw ergänzt, erzählt Geschäftsführerin Iris Ludwig. "Wir haben den Weg eingeschlagen, weil wir auf jeden Fall CO2 einsparen möchten und einfach was für die Umwelt tun wollen."
Der MAN-Konzern lässt jetzt seine Elektro-Lastwagen in Serie vom Band laufen - so es die Kunden denn wollen.
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"Um den ersten elektrischen Lkw ans Rollen zu bringen mit einer eigenen Ladeinfrastruktur, brauchen Sie eine Million Euro", rechnet Fuhrparkleiter Sebastian Minninger vor. Eigener Solarstrom, Batteriespeicher, Ladesäule - das kostet. "Wir haben ja jetzt schon eine Ladesäule mit zwei Ladepunkten und haben so geplant, dass wir jederzeit noch eine zweite Ladesäule dazuschalten können", sagt Geschäftsführerin Ludwig.
Der weitere Ausbau hänge auch von den Anschaffungskosten für die Fahrzeuge ab. Zurzeit ist ein elektrisch angetriebener Lkw noch etwa doppelt so teuer wie ein Diesel-Pendant. Dennoch stiegen die Zulassungszahlen zuletzt deutlich an.
Der Erfolg der E-Mobilität hängt nicht nur von den Fahrzeugen, sondern auch von der Ladeinfrastruktur ab.
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Im europaweiten Vergleich nimmt Deutschland bei den Neuzulassungen von Elektro-Lkw über 3,5 Tonnen Gewicht eine Führungsrolle ein. Das geht aus den Zahlen des Europäischen Automobilherstellerverbands (ACEA) hervor.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Zahl der Zulassungen elektrisch angetriebener Lkw um 88,5 Prozent auf insgesamt 3.545 Fahrzeuge. Die Antriebsart erreicht dabei einen Marktanteil von 8,7 Prozent, im EU-Schnitt sind es bisher nur 4,8 Prozent.
E-Autos sind zwischen 2020 und 2025 um rund 18 Prozent günstiger geworden.
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