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Jimmy Kimmel: Im TV gestrichenes Interview mit James Talarico knackt zehn Millionen YouTube-Aufrufe
Wer Unliebsames unterdrückt, macht es manchmal umso bekannter: Nach angeblichen Drohungen der US-Medienaufsicht Federal Communications Commission (FCC) hatte US-Moderator Jimmy Kimmel das Interview mit dem Senatskandidaten der Demokraten in Texas, James Talarico, aus seiner TV-Show gestrichen – und bei YouTube veröffentlicht. Mehr als zehn Millionen Mal wurde das 21-minütige Gespräch seither dort aufgerufen, deutlich häufiger als andere Clips aus der jüngsten Zeit, wie etwa das Interview mit dem Schauspieler Andrew Garfield (1,1 Millionen Aufrufe).
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In der Show hatte Kimmel erklärt, die FCC habe ihn, seine Show, ABC sowie deren Partnersender und lokale Stationen bedroht, »wegen einfacher, traditionell redaktioneller Entscheidungen, Gastbuchungen, die man dort nicht zu mögen scheint.« Die Entscheidung sei aus Rücksicht auf örtliche Sendestationen getroffen worden.
Die FCC hat als Vergeber von Lizenzen für Hörfunk und Fernsehen in den USA traditionell eine neutrale Rolle innegehabt. US-Präsident Donald Trump hatte jedoch zu Beginn seiner zweiten Amtszeit seinen loyalen Verbündeten Brendan Carr zum Chef bestimmt. Seither wird die staatliche Stelle laut Kritikern zusehends zum Instrument von Trumps Agenda, etwa, indem sie Sendern wegen Programmentscheidungen mit dem Entzug ihrer Lizenzen droht.
Im vergangenen Januar hatte die FCC angekündigt, strengere Regeln für Interviews von Politikern in Talkshows durchsetzen zu wollen. Kandidaten für ein politisches Amt sollen demnach dieselbe Menge an Sendezeit bekommen.
Der Demokrat Talarico liefert sich in Texas ein knappes Rennen um einen Senatssitz mit dem republikanischen Kandidaten und Trump-Schützling Ken Paxton. Für die Demokraten, die seit mehr als drei Jahrzehnten keinen Senator mehr aus dem Bundesstaat gestellt haben, wäre ein Sieg bei den Midtermwahlen im November historisch.
Ein geplanter Auftritt von Talarico hatte bereits im Februar für Schlagzeilen gesorgt. Damals warf Moderator Stephen Colbert seinem Sender CBS Zensur vor, weil dieser das Interview nicht im TV ausstrahlte. Auch Colbert veröffentlichte sein Gespräch mit Talarico daraufhin bei YouTube.