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Leicht zu stehlende Pkw: „Kia Boys“ in den USA wohl noch Jahrzehnte ein Problem
Seit Jahren gibt es in den USA das Phänomen der „Kia Boys“, die bestimmte Pkw stehlen. Ein Experte sagt, dass das bis Mitte des Jahrhunderts passieren dürfte.
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Wer in den USA einen von zahlreichen Pkw der südkoreanischen Hersteller Hyundai oder Kia hat – oder noch kaufen wird – muss wissen, dass die Autos dieser Hersteller noch bis 2042 und möglicherweise gar 2050 häufiger gestohlen werden als andere Marken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die eine Forschungsgruppe unter Leitung des Anthropologen Jeffrey Brantingham von der University of California in Los Angeles durchgeführt hat. Der untersucht seit Jahrzehnten Autodiebstähle und hat sich jetzt einem Phänomen gewidmet, das die US-Ableger der südkoreanischen Autobauer seit Jahren umtreibt. Auch nach mehreren millionenschweren Vergleichen rät er Besitzerinnen und Besitzern solcher Fahrzeuge zu besseren Sicherheitsmaßnahmen oder dem Wechsel des Fahrzeugs.
Hintergrund der Diebstahlwelle mit den jetzt ermittelten Langzeitfolgen sind Versäumnisse bei der Implementierung der Wegfahrsperre in zahlreichen Modellen von Hyundai und Kia. Nachdem 2020 aufgedeckt wurde, dass die in Autos der beiden Hersteller sowie solchen von Tesla und Toyota verwendete Verschlüsselung grobe Schwachstellen aufwies, wurde später eine noch einfachere Diebstahlmethode entdeckt. Ungefähr seit 2022 wird in Videos auf YouTube und TikTok gezeigt, dass sich bestimmte Fahrzeuge von Kia und Hyundai nur mithilfe eines simplen USB-Kabels starten lassen. Daten werden dabei nicht übertragen, es reicht allein der USB-A-Anschluss und seine Form.
Die beiden Autobauer haben inzwischen mehrere millionenschwere Vergleiche geschlossen, um Klagen beizulegen. Betroffene sollen dadurch beispielsweise Geld bekommen, um ihre Fahrzeuge abzusichern, wo möglich, sollen Software-Updates die Lücken schließen. Nicht alle Modelle lassen sich auf diesem Weg aber absichern, sie bleiben deshalb Zeit ihres Lebens leicht zu stehlen. Einer der interessantesten Aspekte der jetzt vorgestellten Vorhersage zur weiteren Entwicklung ist laut Brantingham, dass sich die örtlichen Schwerpunkte der Diebstähle mit der Zeit verschieben werden. Weil neue Fahrzeuge zuerst in wohlhabenderen Gegenden verkauft werden, wurden die Modelle dort zuerst besonders häufig gestohlen. Mit der Zeit wandern sie in Gegenden, wo Menschen mit weniger Geld wohnen, damit nehmen dort die Diebstähle zu.
Die Studie legt demnach noch nahe, dass das Wissen um die einfach zu stehlenden Pkw nicht nur über Social Media verbreitet wurde. Auch gedruckte Zeitungen und Fernsehnachrichten hätten eine Schlüsselrolle bei der Zunahme gestohlener Pkw gespielt, schreibt das Team. Zudem gebe es Indizien dafür, dass die Methode in Los Angeles ursprünglich ohne Hilfe aus sozialen Netzen entdeckt wurde. Das sei vorher schon in Milwaukee der Fall gewesen, von wo aus sich das Phänomen der „Kia Boys“ ursprünglich verbreitet hat – mit teils tödlichen Folgen. Inzwischen würde das Wissen aber über Social Media verbreitet. Dabei bezieht er sich auf Videos, in denen zu sehen ist, wie Jugendliche in gestohlenen Fahrzeugen unterwegs sind. Inzwischen sind neue Modelle dagegen abgesichert.
Die jetzt im International Journal of Forecasting vorgestellte Arbeit legt nahe, dass das Problem der gestohlenen Kias und Hyundais die USA noch Jahrzehnte beschäftigen könnte. Wenn die „die einkommensstärkeren Stadtteile von Los Angeles die ‚Kia Boys’-Problematik längst vergessen haben werden, werden die einkommensschwächeren Stadtteile weiterhin anfällige Autos aufnehmen“. Betroffene sollten von Rückrufmaßnahmen der Hersteller Gebrauch machen oder ihre Fahrzeuge zumindest extra absichern. In Deutschland besteht das Problem derweil nicht, hat sich das Fachmagazin auto, motor und sport schon Anfang 2024 von den Herstellern versichern lassen.
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