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AGNTCon + MCPCon: Agentische KI wird erwachsen
Auf einer eigenen Konferenz diskutiert die Community über die Zukunft des Model Context Protocols: Wie wird agentische KI sicher, überwachbar und skalierbar?
Als Anthropic im November 2024 den ersten Entwurf des Model Context Protocols veröffentlichte, waren werkzeugnutzende Sprachmodelle noch technisches Neuland und das Konzept der agentischen KI nur wenigen bekannt. Das hat sich geändert: Im Dezember 2025 gründeten Anthropic, OpenAI, Google und weitere Firmen die Agentic AI Foundation (AAIF) als Stiftung unter dem Dach der Linux Foundation, um unter anderem MCP herstellerunabhängig weiterzuentwickeln. In Amsterdam veranstaltet die Stiftung derzeit die AGNTCon + MCPCon Europe, die erste Konferenz ihrer Art, die MCP-Anwender, MCP-Server-Entwickler und Hersteller zusammenbringt.
Bei der Veranstaltung diskutiert die Community vor allem über die Professionalisierung des Agentenbetriebs: Anders als Ende 2024 laufen MCP-Server nicht mehr nur als kleine Software-Schnipsel auf den Desktop-PCs von experimentierfreudigen KI-Profis. In seiner Keynote hatte David Soria Parra, Miterfinder von MCP und Anthropic-Mitarbeiter, eine Zahl dabei, um die Verbreitung von MCP zu unterstreichen: Über eine Milliarde MCP-Tool-Calls haben Anthropics Claude-Modelle bereits ausgeführt.
Mittlerweile verbinden sich verschiedene KI-Clients, sowohl Desktopanwendungen und Kommandozeilenwerkzeuge, als auch KI-Systeme, die in Geschäftsanwendungen integriert sind und sichtbar im Vordergrund oder im Hintergrund arbeiten, mit MCP-Servern in Firmennetzen oder im Internet. Damit haben Betreiber von MCP-Servern, die per HTTP mit Clients kommunizieren, die gleichen Anforderungen wie andere Serverbetreiber: Sie müssen Security, Monitoring und Skalierbarkeit sicherstellen.
Gerade die Anforderung der Skalierbarkeit führte im Juli 2026 zu einem großen Umbruch der jungen Spezifikation: Bisher war die Kommunikation zustandsbehaftet (stateful). Vor Werkzeugaufrufen wurde eine Mcp-Session-Id ausgehandelt, die fortan als Header mitgesendet wurde. Die neue Spezifikation 2026-07-28 baut MCP zu einem zustandslosen Protokoll um, schafft die Handshakes ab und ersetzt auch den Rückkanal vom Server zum Client, der bisher durch dauerhaft offen gehaltene HTTP-Sitzungen (Streamable HTTP) erledigt wurde, durch Multi-Round-Trip-Requests (MRTR), also mehrere HTTP-Aufrufe.
David Soria Parra von Anthropic arbeitet als Maintainer an MCP und war seit 2024 schon an vielen Umbrüchen in der Architektur beteiligt.
Das erfordert Umbauarbeit bei allen, die bereits MCP-Server betreiben. Sie müssen das verwendete SDK aktualisieren und ihren Code umbauen – die radikale Änderung der Spezifikation war daher auch mit Kritik verbunden, vor allem, da MCP erst 2025 von Server-Sent Events (SSE) auf Streamable HTTP umgestellt wurde. Im Gegenzug vereinfacht der Umbau den Betrieb von MCP-Servern hinter Loadbalancern und in einer Containerinfrastruktur, in der neue Server abhängig von der Last kommen und gehen. Dauerhaft offene HTTP-Sitzungen und Sessions, die nur von einer bestimmten Instanz des Servers bearbeitet werden, sind da hinderlich.
Auf die Kritik an den häufigen Umbrüchen reagieren die MCP-Maintainer mit einem neuen Versprechen: Künftig werden Funktionen, wie in der Softwareentwicklung bei reiferen Projekten üblich, zunächst formal abgekündigt. Frühestens zwölf Monate später sollen sie dann aus der Spezifikation entfernt werden. Überraschende Umbrüche soll es demnach nicht mehr geben.
Neben der Skalierbarkeit dominiert ein weiteres Thema, vor allem vor dem Hintergrund der Security-Vorfälle mit unkontrollierten Agenten bei Anthropic und OpenAI: Kann man KI-Agenten überhaupt vertrauen und sie auf echte Systeme und Daten loslassen? Dass es keine absolute Sicherheit bei nicht-deterministischen Systemen wie großen Sprachmodellen gibt, scheint mittlerweile Konsens zu sein und so baut die Open-Source-Community rund um agentische KI an Werkzeugen, die Agenten kontrollieren und einhegen sollen. Es geht