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Weniger hochverarbeitete Lebensmittel lindern Depressionssymptome
Hochverarbeitete Lebensmittel stehen seit Längerem mit einem erhöhten Depressionsrisiko in Verbindung, doch bisher war unklar, ob eine gezielte Reduktion Betroffenen hilft. Eine kleine randomisierte Crossover-Studie deutet nun auf niedrigere Depressionswerte nach vier Wochen mit stark reduzierter Aufnahme solcher Produkte als während der gewohnten Ernährung hin. Ob die Umstellung die Besserung verursacht, bleibt wegen des Pilotcharakters und der kleinen Stichprobe offen.
San Francisco (U.S.A.). Hochverarbeitete Lebensmittel sind industriell hergestellte Produkte wie abgepackte Snacks, Fast Food oder zuckerhaltige Getränke, die häufig zahlreiche Zusatzstoffe enthalten. Beobachtungsstudien verbinden einen hohen Konsum solcher Produkte mit einem erhöhten Depressionsrisiko, konnten aber nicht klären, ob die Ernährung selbst dazu beiträgt.
Bisher fehlte damit eine direkte Prüfung, ob Menschen mit bereits bestehender Depression von einer gezielten Verringerung hochverarbeiteter Kost profitieren könnten. Zugleich ist unklar, welche Bestandteile solcher Lebensmittel überhaupt relevant wären, etwa Zucker und Fett, die Kalorienmenge, Zusatzstoffe oder Stoffe aus der industriellen Verarbeitung.
Forscher der University of California, San Francisco (UCSF) um Dr. D. Nyasha Chagwedera haben deshalb 20 Erwachsene mit einer primären Depressionsdiagnose untersucht. Alle aßen zu Studienbeginn viel hochverarbeitete Kost und hatten mindestens eine Stoffwechselauffälligkeit, etwa hohes Körpergewicht, erhöhte Blutfette, eine verminderte Insulinempfindlichkeit oder hohen Blutdruck.
Die offene, randomisierte Crossover-Studie lief von Juni 2024 bis Juni 2025 und teilte jeweils zehn Teilnehmer zunächst einer von zwei Ernährungsphasen zu. Nach vier Wochen wechselten die Gruppen zwischen ihrer üblichen Ernährung und einer Kost mit möglichst wenig hochverarbeiteten Lebensmitteln, während Medikamente, Psychotherapie, Bewegung und Schlaf unverändert bleiben sollten.
Das Hauptziel war nicht, eine antidepressiv wirksame Ernährung zu beweisen, sondern die Machbarkeit und Akzeptanz einer solchen Umstellung zu testen. Chagwedera verweist dabei auf eine praktische Hürde, die auch in den Bewertungen der Teilnehmer zur Alltagstauglichkeit der Ernährung sichtbar wurde.
„Die Menge hochverarbeiteter Lebensmittel in unserer Ernährung zu verringern, kann schwierig sein, weil sie sehr schmackhaft, billig und bequem sind“, erklärt Dr. D. Nyasha Chagwedera.
19 Teilnehmer beendeten die Studie, wobei ihr mittlerer Wert im Fragebogen zum Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel von 10,10 auf 1,42 Punkte und damit um rund 86 Prozent fiel. Die Umstellung erhielt 8,42 von zehn Punkten für ihren Nutzen, aber mit 5,74 Punkten eine deutlich niedrigere Bewertung für ihre einfache Umsetzbarkeit.
Auch die explorativ erhobenen Stimmungswerte unterschieden sich zwischen den Ernährungsphasen und lagen nach der Kost mit wenig hochverarbeiteten Lebensmitteln durchgehend niedriger. Im Patient Health Questionnaire-9 (PHQ-9) betrugen die Mittelwerte 5,53 gegenüber 8,68 Punkten nach üblicher Ernährung, was einer modellierten Differenz von 3,12 Punkten entsprach.
Auf der von einem Kliniker bewerteten Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale (MADRS) lagen die Werte bei 8,05 gegenüber 18,9 Punkten, mit einer Differenz von 10,78 Punkten. Auch im Quick Inventory of Depressive Symptomatology sowie beim Angstfragebogen GAD-7 waren die Werte während der Phase mit weniger hochverarbeiteter Kost niedriger.