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Digitale Spiele: Mexiko fordert neues Gesetz zum Schutz von Käufern
Eine neue Initiative in Mexiko soll Unternehmen zu mehr Transparenz zwingen und verhindern, dass Videospiele nach Serverabschaltungen unspielbar werden.
Ein weiteres Land schaltet sich in die weltweite Debatte um den Besitz digitaler Videospiele ein.
Luis Donaldo Colosio Riojas, Präsident der Kommission für digitale Rechte des mexikanischen Senats, enthüllte auf seinem persönlichen Instagram-Account eine neue Initiative. Gemeinsam mit der Bundesabgeordneten Iraís Reyes schlägt er Gesetzesänderungen vor, die Verbraucher in Mexiko in einer zunehmend digitalen Welt besser schützen sollen.
Stop Killing Games ist eine weltweite Kampagne, die von dem YouTuber Ross Scott ins Leben gerufen wurde. Sie zielt darauf ab, Videospiel-Publisher gesetzlich dazu zu verpflichten, Online-Spiele auch nach der Abschaltung offizieller Server in einem spielbaren Zustand zu hinterlassen.
Kern der Initiative ist eine größere Transparenz darüber, was Käufer bei einem digitalen Produkt überhaupt erwerben. Unternehmen sollen künftig klarstellen müssen, ob Kunden tatsächlich ein Produkt kaufen oder lediglich eine Lizenz zur Nutzung des Produkts erwerben.
Zudem fordert der Vorstoß Maßnahmen zur digitalen Konservierung nach einer Serverabschaltung. Wer digitale Güter kauft, soll ein Spiel auch dann noch in irgendeiner Form weiterspielen können, wenn die offizielle Unterstützung eingestellt wurde. Das deckt sich mit ähnlichen Zielen, die Anfang des Jahres in kalifornischen Debatten zum Verbraucherschutzaufgegriffen wurden.
Zu guter Letzt – und das ist für mexikanische Gaming-Fans wohl der wichtigste Punkt – fordern Colosio und Reyes eine stärkere Pflicht zur Rechenschaft für Unternehmen, die in Mexiko digitale Güter verkaufen. Bislang bieten viele dieser Firmen keinen direkten Kundensupport in Mexiko an. Das soll sich ändern: Unternehmen sollen verpflichtet werden, eine mexikanische Geschäftsadresse vorzuweisen, damit Behörden bei Verstößen gegen das Verbraucherschutzrecht eingreifen können.
Der Vorstoß von Colosio und Reyes kommt zu einem Zeitpunkt, an dem eine rein digitale Gaming-Zukunft immer wahrscheinlicher wird. Da Sony plant, die Unterstützung physischer Discs bis 2028 einzustellen, machen Initiativen wie Stop Killing Games bereits Druck auf die EU, um strengere Verbraucherschutzgesetze durchzusetzen. Colosio und Reyes reichten nach Sonys Ankündigung, sich von physischen Spielen zu verabschieden, sogar eine Kartellbeschwerde gegen Sony ein.
Der Wandel hin zu rein digitalen Inhalten bleibt hochumstritten. Viele Fans machten ihrem Unmut gegenüber Sony nach der Ankündigung Luft. Wie es heißt, hat Sony in der vergangenen Woche Spieleentwickler zu deren Haltung bezüglich des Digital-Umschwungs befragt. Womöglich steht der geplante Schritt in eine rein digitale Zukunft also doch noch auf wackeligen Beinen.