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Direkter Datenaustausch: Deutsche Telekom und Cloudflare verkünden Kooperation
Die Telekom-Tochter T-Systems wird künftig Produkte des kalifornischen CDN-Riesen vertreiben. Die Zusammenarbeit könnte auch Netzprobleme lindern helfen.
Die Deutsche Telekom und das US-Unternehmen Cloudflare werden künftig eng zusammenarbeiten und auch ihre Netze direkt miteinander verbinden. Das gaben die Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung bekannt. Neben zusätzlichen Produkten für Geschäftskunden soll die Kooperation auch die Resilienz beider Netzwerke stärken.
Cloudflare betreibt das weltgrößte Content Delivery Network (CDN) und liefert die Inhalte für mehr als ein Viertel aller Webseiten weltweit aus – in Deutschland auch an Kunden der Deutschen Telekom. Bis dato nahm Datenverkehr zwischen Cloudflare und der Telekom stets einen Umweg – meist über die Leitungen des schwedischen Carriers Arelion (AS1299) oder der Amerikaner von Cogent (AS174). Deren Netz war dem Datenansturm jedoch häufig nicht gewachsen und die Telekom sah sich zudem mit dem Vorwurf künstlicher Netzbremsen konfrontiert.
Die direkte Zusammenschaltung der Netzwerke der Telekom und Cloudflares mittels (paid) Peering soll nun Abhilfe schaffen. Ob Cloudflare an den deutschen Telekommunikationskonzern für die Zusammenschaltung Geld zahlt, erwähnt die gemeinsame Presseerklärung nicht. Als sogenannter „Tier-1 Carrier“ kann die Telekom jeden Punkt des Internets über kostenloses Peering mit den anderen Mitgliedern des erlauchten Clubs erreichen. Eine direkte Verbindung zu Cloudflare ergibt dennoch offenkundig Sinn, um mehr Daten über kürzere Routingwege zu transportieren. Die Telekom hat bereits vereinzelte Lasttests vorgenommen und die Änderung zum 30. September in Kraft gesetzt. Die meisten Kunden werden jedoch davon nichts mitbekommen. Nur ein geringer Prozentsatz aller Telekom-Kunden sei von den Leistungseinbußen betroffen gewesen, so ein Telekom-Sprecher.
Die Unternehmen sehen diesen Aspekt der Kooperation zuvorderst als Erhöhung der Resilienz ihrer Netze und zur Förderung der digitalen Souveränität. Man wolle gemeinsam kritische Daten und Infrastrukturen gegen aktuelle und künftige Bedrohungen schützen, auch mittels Post-Quanten-Verschlüsselung.
Nicht nur direktes Peering, sondern auch eine Erweiterung des Produktsortiments bringt die Zusammenarbeit für die Konzerntochter T-Systems. Sie kann ihren Geschäftskunden künftig die Leistungen von Cloudflare anbieten – neben dem CDN auch Sicherheitslösungen für Netze, Daten und KI. Durch die Kooperation „unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Netzwerke zu sichern, ihre Resilienz zu stärken und Transformationsprozesse weltweit zu beschleunigen“, so Stephanie Cohen von Cloudflare.
Der direkte Weg zwischen den Netzwerken der Deutschen Telekom und Cloudflare ist nun frei und könnte Abhilfe bei Geschwindigkeitsproblemen bringen. Ob das in der Praxis zu merklichen Verbesserungen führt, bleibt abzuwarten. Projekte wie Netzbremse dürften die Causa detailliert im Auge behalten. Am Nachmittag des 29. September zeigte sich jedoch zumindest der Unterschied im Routing noch nicht.
Anhand des sogenannten „Looking Glass“ können Interessierte prüfen, welchen Weg ein Datenpaket zwischen zwei Endpunkten nimmt. Große Netzanbieter betreiben oft eine eigene Instanz dieses Werkzeugs mit Weboberfläche – so auch die Deutsche Telekom.
Die Abbildung zeigt: Dienstagnachmittag nehmen alle Pakete noch Umwege über große Internet-Carrier wie Lumen (AS3356) oder den indischen Kommunikationsriesen Tata (AS6453). Wir werden diese Meldung am Mittwoch mit neuen Messungen aktualisieren. Einem Telekom-Sprecher zufolge soll die Umstellung am Donnerstag komplettiert sein – dann liefe aller Datenverkehr zwischen der DTAG und Cloudflare über das neue Peering.
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