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Schufa: Undurchsichtige Scores statt Transparenz?
von André Westphal
30. Sep. 2026 |
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Die Schufa ist eine private Auskunftei, die Daten von mehr als 68 Mio. Menschen in Deutschland hortet. Wer einen Vertrag abschließen, ein Bankkonto eröffnen oder einen Kredit aufnehmen will, ist darauf angewiesen, dass der Score bei der Schufa einigermaßen brauchbar ausfällt. Seit einiger Zeit will die viel kritisierte Auskunftei dabei transparenter vorgehen. Jederzeit könnt ihr euren Score, der zudem vereinfacht wurde, prüfen. Doch Recherchen zeigen nun: Offenbar ist es mit der Transparenz gar nicht so weit her.
Für den neuen Score warb die Schufa mit mehr Nachvollziehbarkeit. Man nutze nur noch 12 statt 100 Score-Kriterien. Doch gemeinsame Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) zeigen, dass die Schufa im Hintergrund abweichende und wesentlich komplexere Bewertungen entwickelt und auch schon Firmenkunden offeriert. Es gibt also nicht nur einen Score, sondern mehrere. Was ihr also einsehen könnt, ist nur ein Teil des Ganzen. Für Hauskäufer z. B. soll es laut den Recherchen einen bisher praktisch unbekannten Score im Hintergrund geben. Die Schufa bietet ihn Geldinstituten bereits seit Sommer 2025 als "Hypotheken-Score der neuen Generation" an.
Die Schufa winkt, konfrontiert mit den Recherchen, wie üblich ab. Der Hypotheken-Score sei nur 300-mal pro Woche abgefragt worden. Verbraucher könnten sehr wohl sehen, wenn er eingesetzt worden sei - allerdings nur, wenn sie eine Datenauskunft anfordern. Zudem haben Sprecher der Schufa angegeben, dass man den Score noch öffentlich erläutern werde, wenn er mal relevanter werde. Wann die Schufa diesen Punkt gekommen sieht, bleibt offen.
Über den öffentlichen Score hinaus bietet die Schufa Partnern zusätzliche Daten aus einem Pool von 40 Kriterien an. Beispielsweise können Banken, Versicherungen oder Mobilfunkanbieter so erfahren, ob und wie viel Geld ein Mensch insgesamt über Kredite und Leasingverträge aufgenommen hat - oder über wie viele Kreditkarten er verfügt. Am Ende können externe Firmen auf Basis der Daten für sich die potentielle Zahlungsfähigkeit der Verbraucher berechnen. Betroffene haben da wenig Einblick. Die Schufa betont in diesem Zusammenhang, dass man dieses Angebot lediglich einigen Großkunden mache. Denn aktuell nutzt noch kein Unternehmen den neuen Score.
Auch spannend: So oder so hat die Schufa bisher für einige Firmenkunden sogar auf Wunsch eigene Scores errechnet. Das will man zwar ab übernächstem Jahr nicht mehr wie bisher im Rahmen fester Verträge tun, aber immer noch über die "Auftragsdatenverarbeitung". Dadurch sieht die Schufa dann auch jene Firmen in der Pflicht, Vertragsentscheidungen zu erklären. Rechtlich stimmt das offenbar, aber für Verbraucher gibt es dann kaum noch Chancen, das Ganze nachzuvollziehen.
Verbraucherschützer kritisieren, dass die Schufa viel für den neuen, einheitlichen Score geworben habe, es im Hintergrund aber verworren zugehe. Die Schufa wiederum unterstellt Missverständnisse: Man habe nie mitgeteilt, dass es ab Ende 2028 nur noch einen Score geben werde. Richtig sei, dass der neue Score die bisherigen sechs Branchenscores ablöse. Natürlich gäbe es aber auch weitere Scores - etwa eben für Hypothekengeschäfte.
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