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Halo unter Activision: Ex-Creative-Director sieht 3 Wege für die Zukunft des Shooters
Frank O'Connor skizziert, wie klassisches Gameplay, ein neues Action-RPG oder ein jährlicher Release-Zyklus das legendäre Xbox-Franchise formen könnten.
Frank O'Connor, der knapp 20 Jahre lang Franchise Creative Director für Halo bei 343 Industries war, hat sich zur Zukunft der Marke unter Activision geäußert.
Für ihn gibt es drei Optionen dafür, wie es in Zukunft mit dem Xbox-Flaggschiff weitergeht. Dabei reagierte er auf einen LinkedIn-Beitrag von Genevieve Harrison, der ehemaligen Social-Media-Managerin für Führungskräfte-Kommunikation bei Xbox.
Sie schrieb: "Talent ist kein SharePoint-Ordner, den man einfach von /Call of Duty rüber nach /Halo zieht und dann auf das grüne Häkchen wartet. Was Activision allerdings perfekt beherrscht, ist es, eine gigantische Marke mit aller Macht durchzuoptimieren. Womöglich ist genau diese operative Disziplin das, was Halo jetzt braucht. Aber Activision kommt hier keineswegs angeritten, um Xbox zu retten. Microsoft hat 68,7 Milliarden Dollar für Activision Blizzard auf den Tisch gelegt. Activision IST Xbox. Vielleicht funktioniert es. Ich hoffe es jedenfalls, denn ich würde zu gern wieder ein großartiges Halo-Spiel erleben."
Frank O'Connor ist ein Veteran der Spielebranche. Er prägte bereits bei Bungie die frühe Ära der Halo-Spiele und fungierte später bei 343 Industries knapp zwei Jahrzehnte als Franchise Creative Director, wo er das Sci-Fi-Universum maßgeblich steuerte.
"Es gibt drei Wege – und jeder einzelne davon könnte erfolgreich sein", antwortete O'Connor darauf. "Keiner davon ist einfach, garantiert oder zwangsläufig umsetzbar: 1. Entwickelt ein 'klassisches' Halo-Shooter-Erlebnis mit gewohntem Movement und Sandbox-Gameplay, das perfekt auf die Core-Zielgruppe zugeschnitten ist – skaliert so, dass es bei dieser Kern-Community funktioniert und gleichzeitig attraktiv genug für ein breiteres Publikum ist, um zu wachsen (ganz zu schweigen von der rein mathematischen Tatsache, dass der Halo-Multiplayer schlicht besser ist, je mehr Leute ihn spielen)."
"2. Erschafft etwas Neues, Modernes, das das Spiel und sein Universum auf überraschende, aber fantastische Weise neu erfindet. Ein Action-/Sandbox-Spiel (vielleicht ein frischer Ansatz für das FPS-Genre, vielleicht ein Action-RPG, aber im Kern grundlegend anders), das durch eine starke Story sowie eine clevere Nutzung der Marke überzeugt und sich durch die Neugier oder Treue der Fans einen kleinen Vorsprung verschafft."
"3. Übertragt die Halo-Marke und das Sandbox-Prinzip in die gewohnte Komfortzone von Activision. Nutzt die Spieler-, Progressions- und Geschäftsmodelle, die sich bewährt haben, und baut daraus ein großes, jährliches oder halbjährliches Spektakel mit kontinuierlichem Nachschub an Inhalten. Pro-Tipp: Bindet das Spiel NIEMALS an den Launch-Zyklus von Hardware oder Abodiensten, zwängt es in keine Form (oder veraltete Plattform), in die es nicht passt, und werft NIEMALS die Sandbox über Bord. Ultra-Pro-Tipp: Stellt die Leute von Bungie, Halo Studios und andere Entlassene ein – sie platzen vor Talent und Ideen, die über die Jahre ausgebremst oder eingestampft wurden."
Was davon am vielversprechendsten wäre, ist ein anderes Thema. Rund um die Zukunft des Franchise gibt es derzeit noch viele offene Fragen, wobei unklar ist, wann es Antworten darauf geben wird.