// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
Marktbericht: Commerzbank-Aktie gerät unter Druck
Die Commerzbank-Aktie steht heute unter Druck: Anleger blicken auf die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit, die ihre Schatten voraus wirft. Auch ein Analystenkommentar belastet den Kurs.
Für Papiere der Commerzbank geht es heute deutlich nach unten: Mit einem Minus von zeitweise fast drei Prozent sind sie Schlusslicht im DAX.
Ein Grund dafür ist die Herabstufung der Aktie durch die Deutsche Bank: Analyst Benjamin Goy von Deutsche Bank Research behielt zwar sein Kursziel von 42 Euro für die Aktie bei, strich zugleich aber seine Kaufempfehlung.
Viele der Kurstreiber, etwa steigende Zinseinkünfte und üppige Ausschüttungen, seien inzwischen entweder bereits eingepreist oder durch die überdurchschnittliche Kursentwicklung am Markt inzwischen realisiert worden, schrieb er. Diese Bewertung der Deutschen Bank macht die Commerzbank-Aktie weniger attraktiv, weshalb sie verliert.
Die UniCredit will ihren Einfluss auf die Commerzbank ausbauen - und legt ein offizielles Angebot vor.
mehr
Zugleich gab es bereits gestern Neuigkeiten zur Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit. Insidern zufolge pocht die Bundesregierung auf baldige Zusagen der italienischen Großbank für eine gemeinsam abgestimmte Übernahme.
Es würden zeitnah Zusagen von UniCredit-Chef Andrea Orcel in diese Richtung erwartet, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend aus Regierungskreisen. Grundlage für die Zusagen dürfte das Gespräch zwischen Orcel und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) Anfang September gewesen sein.
Der Grund: Bereits zuvor gab es Berichte darüber, dass der UniCredit-Chef bei der Übernahme nun aufs Tempo drückt. Orcel arbeitet laut der Financial Times (FT) daran, in den kommenden Monaten die Kontrolle über die Commerzbank zu übernehmen. Sobald die nötigen Genehmigungen zur Übernahme der Frankfurter Bank vorlägen, wolle er eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Im besten Fall gelinge das schon im Januar. Bisher hatten die Italiener das zweite Quartal in Aussicht gestellt.
Die Übernahme der Commerzbank durch UniCredit ist kaum mehr abzuwenden - allen bisherigen Widerstände zum Trotz.
mehr
Laut FT-Bericht will Orcel dabei auch den Forderungen der Bundesregierung eine Absage erteilen, weiter mit zwei Sitzen im Commerzbank-Aufsichtsrat vertreten zu sein. Auch die Börsen-Zeitung berichtet, dass die UniCredit ihre Kandidaten für Schlüsselpositionen in der Commerzbank bei den Bankaufsehern in Stellung bringe.