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Gemini 4 Argon: Google startet sein neues KI-Modell
von Oliver Posselt
1. Okt. 2026 |
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Google hat mit Gemini 4 Argon ein neues KI-Modell vorgestellt. Argon soll vor allem bei langen, mehrstufigen Aufgaben helfen, etwa in der Softwareentwicklung, bei Recht und Finanzen sowie in der IT-Sicherheit. Das direkt vorweg: Ein Normalnutzer kann Argon im Moment nicht ausprobieren. Der Zugang läuft zunächst über das Fairwind-Programm für vertrauenswürdige Cyber-Verteidiger.
Google beteiligt sich nach eigenen Angaben außerdem am freiwilligen Verfahren der US-Regierung für den Modellzugang vor der Veröffentlichung und sammelt Feedback von frühen Testern. Danach sollen Entwickler, Unternehmen und Privatnutzer folgen, zuerst zahlende API-Kunden und Abonnenten von Google AI Ultra. Einen Termin nennt Google nicht. Auch zur regionalen Verfügbarkeit gibt es keine Angaben, Deutschland eingeschlossen.
Preislich liegt Argon zum Start bei 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token. Token sind die Textbausteine, nach denen KI-Modelle abgerechnet werden. Für zwischengespeicherte (cached Tokens) Eingaben gibt Google 95 Prozent Rabatt auf den Eingabepreis. Es handelt sich dabei aber um einen Einführungspreis, wie lange er gilt, ist offen. Das Limit für die Ausgabe steigt von 64.000 auf 1 Million Token. Das Modell kann also in einem Durchgang sehr viel mehr Text oder Code erzeugen und länger nachdenken.
Auch intern setzt Google das Modell nach eigenen Angaben schon ein. Agenten sollen in den Rechenzentren Speicheroptimierungen gefunden und umgesetzt haben. Über 300 TiB Arbeitsspeicher werden angeblich frei, sobald das ausgerollt ist. Insgesamt schätzt Google die Einsparung auf 500 TiB bis 1 PiB. Außerdem arbeitet Argon an der Umstellung von C/C++-Code auf die speichersichere Sprache Rust, von kleineren Bibliotheken bis zum Fuchsia-Zircon-Kernel mit mehr als 800.000 Zeilen. Beim Videodecoder libgav1 soll eine Rust-Version entstanden sein, die bei identischer Ausgabe 2,7-mal schneller läuft als der bisherige Rust-Port. Die großen Umbauten werden laut Google noch automatisiert und manuell geprüft, bevor sie in den Produktivbetrieb gehen.
Spannend ist vor allem der Sicherheitsteil. Für vertrauenswürdige Sicherheitsexperten und Googles eigene Teams kommt Argon ohne Cyber-Schutzmechanismen. Das Modell soll damit Schwachstellen selbstständig finden, bestätigen und patchen können. Das Sicherheitsunternehmen Wiz nutzt es bereits und fand damit eine kritische Lücke in Krankenhaussoftware, über die sensible persönliche Daten offengelegt worden wären. Frühere Modelle hatten sie laut Google übersehen. Für den breiten Start verspricht Google strengere Schutzmaßnahmen: Überwachung gegen Missbrauch, etwa bei Cyber- oder CBRN-Angriffen, mehr Widerstandsfähigkeit gegen Prompt Injection und eine Kontrolle des Gedankengangs und der Aktionen des Modells. Wie gut das im Alltag funktioniert, lässt sich erst sagen, wenn unabhängige Tester Zugriff haben.
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