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Rüstungskonzern KNDS bekräftigt Börsenpläne
Als KNDS den für Juli geplanten Börsengang kurzfristig abgesagt hat, war die Enttäuschung groß. Jetzt hat KNDS-Chef Alary in einem Interview klargemacht: Man will an die Börse. Vielleicht noch dieses Jahr.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: So könnte man die Einstellung von KNDS-Management und Eignern zusammenfassen. "Ein Börsengang 2026 ist weiterhin möglich - sofern die Marktbedingungen den Erwartungen der Aktionäre entsprechen", sagte KNDS-Chef Jean-Paul Alary dem Handelsblatt. Bisher sei das nicht der Fall.
Die Verschiebung des ursprünglich für Juli dieses Jahres geplante Börsengangs sei aufgrund geänderter Marktbedingungen erfolgt. Unter anderem wegen weltweit steigender Verteidigungsausgaben - darunter in Deutschland und der Europäischen Union - waren Aktien von Rüstungsunternehmen extrem gefragt. Experten sprechen von einer "Sonderkonjunktur".
Jahrelang kein Wachstum, das schlägt längst auch auf den Arbeitsmarkt durch. Wo gibt es noch Jobs?
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Doch seit Monaten stehen die Papiere der Branche trotz teils glänzender Geschäfte unter Druck, es kam zu deutlichen Kurskorrekturen unter anderem wegen Gewinnmitnahmen. Die Investoren schauen genauer hin. Außerdem hat beispielsweise die Einstellung des Fregatten-Projekts F126 durch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius für Verunsicherung im Markt gesorgt.
Darunter leidet mehr oder weniger die gesamte Rüstungsbranche. So hat die Aktie von Rheinmetall, Deutschlands größtem Rüstungsunternehmen, seit ihrem Höchststand von rund 2.000 Euro vor einem Jahr bis heute mehr als halbiert.
Bei KNDS beobachtet man jetzt, wie sich die Stimmung an den Börsen entwickelt. Der Hersteller des Leopard-2-Kampfpanzers suche - unabhängig davon, ob man dieses Jahr noch oder später an die Börse gehe - nach Partnern in der Industrie, um das Geschäft auszubauen. Denn die Nachfrage steige. "Für das Gesamtjahr erwarten wir rund 30 Prozent Umsatzwachstum", sagte Alary dem Handelsblatt.
Derzeit sind der französische Staat und die deutsche Eigentümerfamilie Wegmann mit je 50 Prozent an KNDS beteiligt. Bei einem potenziellen Börsengang wäre die Platzierung von 20 Prozent der Anteile geplant. 40 Prozent sollen bei der Familie Wegmann verbleiben, die übrigen 40 Prozent könnte der deutsche Staat erwerben.
Angesichts der Wertverluste bei Rüstungsaktien verschiebt der Panzerbauer KNDS seinen Börsengang.
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In Deutschland zeigt sich in diesem Jahr im internationalen Vergleich wieder eine geringere Begeisterung für Börsengänge. Hierzulande sind laut einer aktuellen Auswertung der Beratungsgesellschaft EY in den ersten neun Monaten dieses Jahres nur acht Unternehmen an die Börse gegangen. Zum Vergleich: In ganz Europa waren es 99, in den USA 96 und in China 242 Börsengänge.