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Studio hinter Card Shark muss schließen und der Grund ist kompliziert
Nerial verabschiedet sich von Devolver Digital. Gründer François Alliot erklärt das Aus und wieso KI sowie Branchenkrise zum Schritt zurück als Indie führten.
Es ist mal wieder so weit. Ein Studio muss schließen. Es handelt sich dabei um Nerial. Klar, das ist nicht das größte Studio, aber vielleicht kennt ihr ja ihre beiden bekanntesten Titel Card Shark und Reigns. Als Fan von Deckbuildern und Kartenspielen ist mir der Entwickler natürlich ein Begriff. Card Shark liegt noch auf meinem Pile of Shame und eine Nachricht wie diese, so traurig sie auch ist, motiviert mich auf eine seltsame Weise, das Spiel genau jetzt ins Licht meines Displays zu ziehen.
Creative Director und Gründer François Alliot erklärt, wieso das Studio die Pforten nach 13 Jahren und 11 veröffentlichten Games verriegelt. Klar, Geld spielt auch eine Rolle, aber diesmal ist das Ressourcenmanagement nicht der einzige Grund für die Schließung.
Mit Reigns feierte Nerial 2016 ein erfolgreiches Debüt. Die Prämisse ist auch ziemlich amüsant. Ihr seid ein Herrscher, der sein Königreich beherrscht, indem er wie auf Tinder durch Profile swipt. Aber die Indie-Branche ist nicht immer so lukrativ.
Bei den neueren Spielen sieht es weniger rosig aus. Card Shark oder etwa Crush House konnten nicht mehr an den Erfolg anknüpfen. Alliot brachte das zum Nachdenken, wie er in einem Statement in den sozialen Medien schrieb.
"Es ist etwas schwierig geworden, voranzukommen – besonders im aktuellen Umfeld nach der Pandemie und angesichts des Einbruchs in der Videospielbranche, von dem alle wissen. Die KI saugt der Branche die Luft zum Atmen weg. Wir bauen uns also neu auf und versuchen, wieder feste Wurzeln zu schlagen. Und dafür muss ich einen Schritt zurücktreten", heißt es dort.
Nerial wurde 2021 von Devolver übernommen und auch wenn Alliot ganz zufrieden mit der Zusammenarbeit zu sein scheint, so ist es etwas völlig anderes, ein internes Studio zu sein, als ein eigenständiger Indie-Entwickler. Genau zu diesem unabhängigen Zustand möchte Alliot wieder zurück: "Man verliert etwas von der gebündelten Energie, die man als reines Indie-Studio hatte. Und genau dahin möchte ich irgendwie zurückkehren... Es mag klappen oder auch nicht, aber es sind eben nicht so viele Leute daran beteiligt."
Mit Devolver pflegt er laut eigener Aussage weiterhin ein gutes Verhältnis. Etwas traurig ist natürlich, dass sieben Angestellte gehen müssen. Alliot hofft jedoch, mit ihnen auf freiberuflicher Basis weiterarbeiten zu können, da die Lage in der Branche ja ohnehin nicht gerade günstig für Entwickler auf Arbeitssuche ist. Er selbst möchte jetzt erstmal durchatmen und sich Inspiration für kommende Werke suchen.