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Ken Kutaragi warnt: Videospiele stagnieren trotz Milliardengewinnen
PlayStation-Erfinder Ken Kutaragi kritisiert mangelnde Innovationen in modernen Videospielen. Trotz Rekordgewinnen fordert er mehr Risikobereitschaft.
Ken Kutaragi spielte eine überaus entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Sonys Konsole und wird nicht selten als Vater der PlayStation bezeichnet. Inzwischen arbeitet er nicht mehr für das Unternehmen und hat mehrere parallel laufende Geschäfte. Sein Interesse an der Videospielbranche ist jedoch nicht verschwunden. Während der Eröffnung des Creative Entertainment Research and Education Center (CEREC) sprach er auch über Videospiele und wie sie sich seit seiner Zeit bei Sony entwickelt haben.
Seit seinem Abschied von Sony im Jahr 2007 widmet sich der Vater der PlayStation vor allem der Erforschung neuer Technologien. Heute ist Ken Kutaragi als CEO des KI-Start-ups Ascent Robotics im Bereich autonomer Systeme tätig. Zudem gibt er sein Wissen als Professor an der Ritsumeikan-Universität weiter und sitzt in den Aufsichtsräten namhafter japanischer Medien- und Gaming-Konzerne wie Kadokawa und Marvelous.
Wie 4Gamer (via Automaton) berichtet, geht Kutaragi zunächst auf den beeindruckenden Zustand des Videospielmarktes ein. Mit einem Wert von 186 Milliarden US-Dollar übertrifft dieser sogar den Musik- und Filmmarkt. Dennoch glaubt er, dass dies noch nicht das Ende der Entwicklung ist. Der Videospielmarkt soll sich laut Kutaragi noch zu ganz neuen Höhen aufschwingen können und gewaltige Erfolge feiern.
Anschließend betont er zwar, wie sehr sich Videospiele weiterentwickelt haben, kritisiert aber gleichzeitig die inhaltliche Stagnation. In diesem Bereich hätten sich Spiele seit der ersten PlayStation nicht fundamental weiterentwickelt, doch glaubt er, dass bald der Zeitpunkt für den nächsten großen Schritt erreicht ist.
Danach reflektiert Kutaragi auch über seine Zeit bei Sony und die Entwicklung der ersten PlayStation. Diese sollte “die Welt verändern” und die Videospielbranche im Allgemeinen habe “die weltweit fortschrittlichste Technologie geschaffen”, anstatt anderen diese Vorreiterposition zu überlassen. Dieser Innovationsgeist dürfe nicht verloren gehen, warnt er.
Die menschliche Neugier sei unser höchstes Gut, betont Kutaragi. Sich mit dem Status quo zufrieden zu geben, würde das Ende dieser Neugier bedeuten: “Verliere deine Neugier und denke, dass es wahrscheinlich nicht besser werden kann, dann ist alles vorbei.”
Auch wenn ich Kutaragi durchaus zustimme, dass Neugier und Innovationen wichtig für die Industrie sind, ist die Realität komplizierter. Mit Investoren und Shareholdern im Nacken sind risikoreiche Projekte schwer umzusetzen, weshalb Publisher lieber auf Nummer sicher gehen. Ein derartiges Wagnis wie damals bei der ersten PlayStation einzugehen, erscheint heute nur noch schwer möglich.