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Simsalasim: Xing-Gründer Hinrichs will nicht weniger als die Telekom angreifen
Xing-Gründer Lars Hinrichs steigt in den Mobilfunkmarkt ein. Er will mit Simsalasim nicht weniger als die Telekom, Vodafone und weitere angreifen.
Simsalasim verspricht unbeschwertes Telefonieren Surfen auch im Ausland.
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Simsalasim heißt der neue virtuelle Netzbetreiber (MVNO), mit dem Xing-Gründer Lars Hinrichs die deutsche Telekommunikationsbranche aufmischen will. Der Anbieter will ab der nächsten Woche in einen Testbetrieb starten, für alle Kunden soll es wenige Wochen später losgehen. Das 2024 gegründete Unternehmen will dabei fast ohne eigenes Personal auskommen und setzt stattdessen verstärkt auf künstliche Intelligenz.
Wie zuerst die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet, plant das Unternehmen zunächst einen Tarif: Für 10 Euro im Monat soll es unbegrenztes Datenvolumen in rund 100 Ländern sowie Telefonie und SMS in etwa 50 Ländern geben. Die Nutzung als Hotspot etwa für Notebooks ist jedoch ausgeschlossen. Zudem soll ein KI-Assistent auf Zuruf Gespräche protokollieren, übersetzen oder weitere Teilnehmer hinzuschalten. Auch Eltern sollen über die App kontrollieren können, was ihre Kinder auf dem Smartphone machen. Einen ähnlichen KI-Assistenten für Telefonate hatte die Deutsche Telekom Anfang dieses Jahres angekündigt.
Über die Branche urteilt Hinrichs: „Im Bereich Telekom gab es keine wirkliche Innovation in den letzten zwanzig, dreißig Jahren. Das ist immer Zeit gleich Preis oder Daten gleich Preis.“ „Es ist ein kompletter Angriff auf die Telekom, Vodafone und viele, viele andere“, sagt Hinrichs der FAZ. Dass er den dritten großen deutschen Mobilfunkanbieter Telefónica in seinen Angriffsplänen explizit nicht erwähnt, dürfte einen Grund haben, denn Simsalasim nutzt die Infrastruktur des O2-Mutterkonzerns.
Die Bundesnetzagentur hat Hinrichs Simsalasim bereits den Rufnummernblock 015333 zugeteilt. Physische SIM-Karten soll es nicht geben, stattdessen bietet das Unternehmen seine Tarife nur per eSIM an.
Das Start-up des Xing-Gründers soll mit nur zwei Dutzend Mitarbeitern auskommen. Den Rest soll Hinrichs zufolge Künstliche Intelligenz erledigen, dazu gehöre nicht nur die Softwareentwicklung, sondern auch Abrechnung, Marketing und Kundenservice. Für die Nutzung von KI-Diensten zahle er knapp 80.000 Euro im Monat.
Laut dem FAZ-Bericht wollte Hinrichs Simsalasim im Januar 2025 gründen. Im Handelsregister (HRB 267351) ist die Gesellschaft jedoch bereits seit dem 3. September 2024 eingetragen, zunächst als „Brillant 4198 GmbH“, seit Ende Oktober 2024 als Simsalasim Germany GmbH. Zu dieser Zeit saß er noch im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom. Sein Mandat legte er im Januar 2025 nieder, wirksam ausgeschieden ist er mit der Hauptversammlung am 9. April 2025. Wie das Handelsblatt Insider zitiert, kritisierte ein ungenannter Telekom-Manager: „Er hatte bei uns Zugang zu Interna und hat parallel sein Business aufgebaut.“
Ob Hinrichs nach dem Netzwerk Xing, dessen Anteile von 25,1 Prozent er im Jahr 2009 an Burda verkaufte, abermals erfolgreich sein wird, bleibt offen. Um den Kundenstamm von Simsalasim aufzubauen, wolle er neben Werbung auf Empfehlungen aus seinem Netzwerk bauen und zunächst 16.000 Menschen ansprechen, heißt es.