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Bericht: Seagate und Toshiba im Bieterstreit um Übernahme von TDKs HDD-Geschäft
TDK ist der letzte unabhängige Zulieferer von Schreib-Leseköpfen für Festplatten. Jetzt sollen zwei der drei HDD-Hersteller an einem Kauf interessiert sein.
Seagate und Toshiba sind offenbar beide an einer Übernahme von TDKs Geschäftseinheit für magnetische Schreib-Leseköpfe von Festplatten interessiert. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Quellen hat Toshiba bereits im Frühjahr Gespräche mit TDK aufgenommen, aber im Sommer hat Seagate demnach ein höheres Angebot abgegeben. Die Übernahme dürfte mehrere Milliarden US-Dollar kosten, heißt es. Die beteiligten Unternehmen haben Übernahmeverhandlungen allerdings bislang nicht bestätigt.
Von den drei verbliebenen Festplattenherstellern produzieren nur Seagate und Western Digital eigene Schreib-Leseköpfe, aber beziehen diese HDD-Komponente auch von TDK, etwa bei unerwartet hoher Nachfrage. Toshiba hingegen verlässt sich komplett auf TDK, auch bei HDDs mit neuer Mikrowellentechnik für mehr als 30 TByte, und bezieht alle Schreib-Leseköpfe von diesem Zulieferer. Zudem benötigt Toshiba Zugriff auf TDK-Technologie für die Massenproduktion von Festplatten mit temperaturgestützter Schreibtechnik. Durch punktuelle Erhitzung erhöht sich die Datendichte auf den Trägerscheiben.
TDK ist allerdings der letzte unabhängige Zulieferer von Schreib-Leseköpfen für Festplatten, sodass eine Übernahme durch einen der HDD-Hersteller wettbewerbsrechtlich zu prüfen sein wird. Laut TrendForce besitzt Western Digital derzeit 48 Prozent Marktanteil bei Festplatten weltweit, gefolgt von Seagate mit 42 Prozent. Toshiba kommt auf lediglich 10 Prozent. Mit der Übernahme von TDK könnte einer der HDD-Hersteller die Preise von Schreib-Leseköpfen kontrollieren und die Produktionsmengen von Rivalen beeinflussen.
Deshalb fürchten die um TDK bietenden Festplattenhersteller um den Verlust eines wichtigen Zulieferers. Die beteiligten Unternehmen haben sich letzte Woche in Tokio getroffen, um die weitere Verfügbarkeit dieser Schlüsselkomponente sicherzustellen, berichtet Bloomberg. Auch ein Joint-Venture soll dabei diskutiert worden sein. Allerdings sind die Gespräche laut der Quellen bislang noch vorläufig und könnten auch ergebnislos abgebrochen werden. Auf Nachfrage erklärte ein Toshiba-Sprecher allerdings, dass kein Treffen stattgefunden hat. Seagate und TDK haben jeglichen Kommentar abgelehnt.
Zwar hat auch TDK von der steigenden Nachfrage nach Komponenten für KI-Systeme profitiert, aber trotzdem will das japanische Unternehmen das schwankungsanfällige HDD-Geschäft verkaufen. Denn Schreib-Leseköpfe hätten eine geringe Marge und würden enorme Investitionen in zukünftige Technologie erfordern, um Kapazitäten weiter zu erhöhen. Deshalb konzentriert sich TDK zunehmend auf Batterien, passive Komponenten und Sensoren. Zuletzt hat TDK durch eine Übernahme auch in das Smart-Glasses-Geschäft investiert. Durch den Verkauf der HDD-Sparte könnte TDK mehr Kapital in diese Geschäftsbereiche stecken, heißt es.
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