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Deutsche Firmen meist nicht speziell für KI-Angriffe gewappnet
Rund die Hälfte der Unternehmen in Deutschland nutzt inzwischen KI-Anwendungen. Aber viele Firmen haben nur unzureichende Schutzvorkehrungen, um sich etwa vor Cyberangriffen zu schützen.
Erst im Juli machte der sogenannte Hugging-Face-Vorfall weltweite Schlagzeilen. Ein autonom agierendes KI-Modell des Entwicklers OpenAI war außer Kontrolle geraten und drang in die Produktionsinfrastruktur der KI-Plattform Hugging Face ein. Seitdem warnen mache Experten für Künstliche Intelligenz davor, dass sich KI zu einem nicht mehr steuerbaren Risiko für die Menschheit entwickeln könnte.
Thomas Caspers ist Vizepräsident des BSI, der zentralen Cybersicherheitsbehörde des Bundes. Er betonte heute bei der Vorstellung der KI-Sicherheitsstudie 2026: "Wir stehen sicherlich nicht am Rande des Weltuntergangs. Dennoch verändert KI die ohnehin extrem angespannte Cybersicherheitslage."
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Grundlage für die Studie ist eine Befragung von rund 500 deutschen Unternehmen zu ihrer Nutzung von KI-Anwendungen. Das BSI hat die Befragung zusammen mit dem TÜV-Verband in Auftrag gegeben. Zentrale Ergebnisse: Rund die Hälfte der Unternehmen gab an, in irgendeiner Form KI zu nutzen. Aber ein Großteil der Firmen hinkt beim Thema Sicherheit hinterher.
Nur jedes zweite Unternehmen testet eingesetzte KI-Anwendungen zuvor auf ihre Sicherheit. Und gerade mal elf Prozent der Befragten haben spezielle Prozesse für KI-bezogene Sicherheitsvorfälle entwickelt.
Dabei verzeichneten oder vermuteten 17 Prozent der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten KI-gestützte Cyberangriffe oder Betrugsversuche. 40 Prozent der betroffenen Unternehmen hatten Anzeichen für einen automatisieren Angriff mit dem Ziel, Schwachstellen im eigenen IT-System zu finden, um so eindringen zu können. Und neun von zehn Unternehmen vermuteten hochrealistische Phishing-Mails, mit denen Angreifer das Ziel verfolgt haben könnten, an sensible Daten wie Passwörter zu kommen.
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"KI verschärft die Bedrohung von außen und schafft neue Risiken im eigenen Betrieb", betont TÜV-Verbandspräsident Dirk Stenkamp. "Angreifer können mit KI ihre Attacken automatisieren und Menschen gezielter täuschen." Stenkamp beobachtet auch, dass sich Unternehmen häufig erst dann intensiv um KI-Schutz kümmern, wenn ernsthafte Vorfälle gab. "Das ist ein Muster, das sich durchzieht", so Stenkamp.
Nach Einschätzung von BSI-Vizepräsident Caspers ist die Wirtschaft dabei noch gar nicht im echten KI-Zeitalter angekommen. "Es wird derzeit wahnsinnig viel probiert. Man testet derzeit alles Mögliche aus. Das ist zum einen ein Innovationstreiber, zum anderen aber auch mit riesigen Problemen verbunden."